Genussvolle Annäherung an neue Rebsorten
02.04.2026 Wittnau«Wine & Dine» der Fricktaler Weinfreunde in Wittnau: Einheimische Weine mit traditionellen und neuen Rebsorten – im Landgasthof Krone überzeugte Weinakademiker Markus Fuchs mit hoher Fachkompetenz und feiner Sprache die Fricktaler Weinfreundinnen und Weinfreunde.
Klassische, einheimische Weine. Wir kennen sie. Ein Riesling-Sylvaner oder ein Pinot Noir und auch Merlot und Chardonnay sind zwischenzeitlich im Fricktal heimisch geworden. Aber wer trinkt regelmässig einen Johanniter, Cabernet Blanc, Divico oder einen Cal? Pilzwiderstandsfähige Sorten «PIWI», die sich in den letzten Jahren aus verschiedenen Gründen einer wachsenden Beliebtheit erfreuen. Markus Fuchs, Vorstandsmitglied des Branchenverbands Aargauer Wein, mit zahlreichen Aus- und Weiterbildungen im Weinsektor sowie lang jähriger Erfahrung in Kommunikation und Weinmarketing, führte kompetent und gewandt durch diesen Abend. In verschiedenen Gängen wurde jeweils eine traditionelle Sorte mit einem PIWI-Wein verglichen. Immer mit einem interessanten Kommentar von Fachmann Markus Fuchs. Ein Johanniter Elise 2023 von Fürst Weinbau Hornussen zusammen mit einem Chardonnay 2023 von Fehr- und Engeli, Ueken. Beides feine Weine mit einer schönen Aromatik.
Ein Fricktaler «Naturbursch»
Dann der klassische Sauvignon Blanc der Wiler Trotte Weinbaugenossenschaft Wil 2024 mit dem «Naturbursch» vom Weinbaubetrieb Gerhard und Andrea Wunderlin in Zeiningen. Der «Naturbursch», ein Cabernet Blanc, ist ein Orange Wein. Ein Weisswein, der wie ein Rotwein gekeltert wird. Ein kräftiger Wein mit Aromen nach Quitte und Honig und neuen Geschmackserlebnissen.
Pinot Noir und Divico
Vor dem Hauptgang folgten die ersten beiden Rotweine. Ein Pinot Noir Réserve 2020 vom Weingut Heuberger in Bözen und ein Divico 2024 von Rahel und Daniel Buchmann in Wittnau. Der Pinot Noir, 18 Monate in gebrauchten Fässern gereift, zeigte eine schöne Aromenvielfalt. Der biodynamisch erzeugte Divico, eine Schweizer Kreuzung aus den Sorten Gamaret und Bronner, präsentiert sich mit einem vollen Körper, eigenständig mit würziger Aromatik. «Warum schmecken PIWI-Weine gerade den etwas älteren Weinliebhabern nicht auf Anhieb», fragte der Referent in die Runde. «Weil unser Gaumen auf die uns bekannten Aromen und Geschmäcker konditioniert ist», war seine Antwort. Der feine Hauptgang aus der Kronen-Küche, ein Kalbs-Rindfleisch-Spiess mit einem sämigen Risotto und Gemüse, wurde von einem Cal (PIWI) und einem klassischen Merlot begleitet. Der Cal, Jahrgang 2022, mit dem Namen Violet von Reto und Yvonne Pfister, Bözen, ist ein gehaltvoller und kräftiger Rotwein. Der Merlot 2023 Barrique von Peter und Sibylle Büchli in Effingen, gefällt als runder Wein, mit wunderbaren Holznoten, feinen Tanninen und moderater Säure, kräftig und doch mit einem schönen Trinkfluss. Zum Abschluss, ein feines Dessert und das Glas mit «Sonnengold» gefüllt. Ein gehaltvoller Süsswein aus Riesling-Sylvaner Trauben der Weinstation Mettau. Ein goldiges Finale eines sehr interessanten und feinen «Wine & Dine». In verständlicher Sprache und mit einem immensen Weinwissen gesegnet, vermochte Markus Fuchs die Fricktaler Weinfreundinnen und Weinfreunde zu begeistern. Und zum Schluss zitieren wir ihn gerne mit einer treffenden Aussage: «Es dauert lange, bis man ein richtiger Weinkenner ist, es ist aber eine schöne Zeit». (mgt)

