Kürzlich wurden wir und wahrscheinlich das ganze Schweizer Volk mit der Abstimmungs-Zeitung zur Schweizer Neutralität «beglückt», garniert mit einer Friedenstaube. Diese Initiative hat allerdings mit wahrer Neutralität wenig und mit Frieden schon gar nichts zu ...
Kürzlich wurden wir und wahrscheinlich das ganze Schweizer Volk mit der Abstimmungs-Zeitung zur Schweizer Neutralität «beglückt», garniert mit einer Friedenstaube. Diese Initiative hat allerdings mit wahrer Neutralität wenig und mit Frieden schon gar nichts zu tun, ganz im Gegenteil. Denn wer strikt neutral sein will, ist am Ende überhaupt nicht neutral. Wenn wir total «neutral» sein wollen, wie dies die Initiative verlangt, bedeutet das, dass der Aggressor zuschlagen darf, während wir schweigen. Das ist keine Neutralität. Das ist moralische Feigheit mit Geschäftsmodell.
Wer jedes Verbrechen unter dem Mäntelchen der Neutralität gleich behandelt, stellt Opfer und Täter auf dieselbe Stufe. Das ist nicht neutral, sondern schamlos und kriminell.
Neutralität darf niemals bedeuten: Augen zu, Mund zu, Kasse auf. Wer bei Gewalt, Krieg und Erpressung immer nur sagt «Wir mischen uns nicht ein», steht auf der Seite des Massenmörders und Kriegsverbrechers.
ANDREAS BURCKHARDT, MÖHLIN