Gebt den Bäumen noch eine Chance
22.09.2026 LeserbriefeDer Klimawandel hat auch uns in Rheinfelden nicht verschont. Wir kämpfen dieses Jahr mit extremen Temperaturen bis zu 40 Grad und schon über den Zeitraum von Juni bis Ende August ohne Regen. Es ist ganz klar, dass die gesamte Natur – Wald, Wiesen, Naturschutzgebiete und ...
Der Klimawandel hat auch uns in Rheinfelden nicht verschont. Wir kämpfen dieses Jahr mit extremen Temperaturen bis zu 40 Grad und schon über den Zeitraum von Juni bis Ende August ohne Regen. Es ist ganz klar, dass die gesamte Natur – Wald, Wiesen, Naturschutzgebiete und heimische Tierarten – sehr darunter leiden! Einige Mitbewohner haben sicher die markierten Buchen wahrgenommen, die zur Fällung freigegeben wurden. Es sind dieses Jahr extrem viele Bäume. So viele, dass das gesamte Waldbild für immer verändert wird. Mein Anliegen und eine Herzenssache ist das Folgende: Die meisten der markierten alten Buchen (zwischen 90 und 150 Jahre alt) sind nicht krank oder tot. Die Bäume leben und schützen sich, indem sie die braunen Blätter behalten oder frühzeitig abwerfen, um den Baum am Leben zu erhalten. Diese prächtigen Bäume (Rotbuchen) sollten zumindest eine zweite Chance bekommen (ohne übereilige und panische Überreaktion der Forstbewirtschaften). Es ist von Biologen und Naturwissenschaftlern längstens erwiesen, dass gerade diese stolzen und starken Bäume sich innert 2 bis 5 Jahren komplett erholen und zu alter Stärke zurückfinden (vorausgesetzt natürlich normales Wetter). Das Vorurteil, dass Buchen abbrechen oder Äste werfen, ist das meistgenannte Argument und der Grund zum Fällen, leider. Ich habe einen riesigen Spitzahorn mit Wurzel auf einen Waldweg stürzen sehen, ganz in der Nähe beim Kraftwerkweglein (Bänkli) Alte Saline; eine riesige entwurzelte Eiche in der Nähe Waldhütte-Tannenbäumchen Reservat. Jeder Baum kann gefährlich werden (bei jedem Klima). Ich erlebe sehr oft, dass Eichen riesige Äste verlieren. Man sollte den Wald meiden bei Unwetter, böigen Winden, im Winter mit Schnee. Anderseits können Bäume umkippen oder Äste abbrechen auch bei ruhigem und friedlichem Wetter. Man sollte immer auf der Hut sein bei einem Waldspaziergang. Dieses heisse Klima wiederholt sich jedoch nicht jedes Jahr. Die Mehrzahl der heute markierten Buchen würden im nächsten Jahr in blühender Pracht und grünem Blätterkleid neu erscheinen und unserem einzigartigen Paradieswald Schönheit und Magie zurückverleihen. Behüten wir alle diesen einzigarten wertvollen Schatz. Ich möchte noch hinzufügen: Ich gehöre keiner Interessengemeinschaft oder irgendeiner Vereinigung an. Ich möchte mich als einzelner Mensch für die schutzlosen Bäume einsetzen. Denken Sie mal darüber nach: Gebt diesen Bäumen bitte noch eine Chance.
RAINER GENSKE, RHEINFELDEN
