Die Gemeinde Eiken bewilligt grosse Bauvorhaben
Die Ansiedlung von Bachem und die neue Deponie für sauberen Aushub der AGSM kommen voran: Beide Projekte haben zentrale Bewilligungen erhalten und markieren wichtige Schritte für die regionale Entwicklung.
Susanne ...
Die Gemeinde Eiken bewilligt grosse Bauvorhaben
Die Ansiedlung von Bachem und die neue Deponie für sauberen Aushub der AGSM kommen voran: Beide Projekte haben zentrale Bewilligungen erhalten und markieren wichtige Schritte für die regionale Entwicklung.
Susanne Hörth
In Eiken läuft derzeit einiges, das nicht nur für die Gemeinde, sondern für die gesamte Region von Bedeutung ist. Eines der wichtigen Projekte ist die geplante Ansiedlung des Pharmaunternehmens Bachem im Sisslerfeld auf Eiker Gemeindegebiet. Die für den neuen Produktionsstandort des Pharmaunternehmens notwendige Erschliessungsstrasse, die sogenannte Südspange, befindet sich bereits seit einigen Monaten im Bau. Mit der nun von der Gemeinde erteilten Bewilligung kann Bachem auf dem Areal Bachem-DSM mit dem Neubau eines Energieleittunnels beginnen. Bereits beim Spatenstich für die Südspange wurde auf dieses spezielle unterirdische Bauwerk hingewiesen.
Deponie Chremet
Dank der ebenfalls erteilten Baubewilligung kann auch die Auffüllgesellschaft Sisseln Münchwilen (AGSM) vorwärtsmachen. Sie plant im Gebiet Chremet, nördlich des Eiker Siedlungsgebiets, eine neue Deponie für sauberes Aushubmaterial. Was dieser Bewilligung alles vorausging, erläutert Gemeindeschreiber Marcel Notter mit einem Blick etwas weiter zurück: «Die Planung hat im Herbst 2017 mit der privatrechtlichen Sicherung begonnen.» Anschliessend habe das Vorhaben verschiedene Verfahren durchlaufen – darunter den Eintrag in den kantonalen Richtplan, eine Teiländerung des Nutzungsplans sowie das Baugesuch mit Umweltverträglichkeitsbericht. «Insgesamt hat das Bewilligungsverfahren über achteinhalb Jahre gedauert», so Notter. Angesichts der Komplexität des Projekts sei dies sogar eine vergleichsweise kurze Zeitspanne. Vor genau einem Jahr lag das Baugesuch auf der Gemeindeverwaltung Eiken öffentlich auf; seither wurden die letzten Details geklärt.
Als Nächstes wird das Gelände über eine Transportpiste erschlossen und die notwendige Infrastruktur erstellt. Die AGSM plant, auf dem rund 16 Hektar grossen Areal in den kommenden zwei Jahrzehnten in mehreren Etappen rund 2,12 Millionen Kubikmeter unverschmutztes Aushubmaterial einzulagern. Zuvor wird – ebenfalls etappenweise – Kies für regionale Bauvorhaben abgebaut.
Die Frage, ob Eiken finanziell vom Deponiebetrieb profitiere, bejaht der Gemeindeschreiber. Dazu gehöre auch, dass die AGSM ihren Steuersitz nach Eiken verlege. «Die Gemeinde erhält eine pauschale Inkonvenienzentschädigung von 500 000 Franken. Zudem bekommt sie in den Folgejahren variable Entschädigungen, abhängig vom Umfang des geförderten und deponierten Materialvolumens.» Zusätzlich würden Parzellen entschädigt, die der Einwohner- und der Ortsbürgergemeinde gehören.
Mit dem ersten Kiesabbau beziehungsweise der ersten Einlagerung des Aushubs soll voraussichtlich in diesem Sommer begonnen werden. Zum erwarteten Mehrverkehr durch gleich mehrere grosse Vorhaben in Eiken erklärt Marcel Notter, dass der Lastwagenverkehr dank der günstigen Lage der Bauvorhaben nahe der Autobahn grösstenteils ausserhalb des Siedlungsgebiets abgewickelt werden könne.