Es ist Donnerstagmorgen, 7 Uhr. Nach einer eh schon schlaflosen Nacht vernehme ich ein ekliges Dröhnen und Rattern. Ich denke mir, da werden wieder mal die Brombeerhecken geschnitten, schliesse das Fenster und versuche, noch ein wenig zu schlafen. Zwei Stunden später trifft mich ...
Es ist Donnerstagmorgen, 7 Uhr. Nach einer eh schon schlaflosen Nacht vernehme ich ein ekliges Dröhnen und Rattern. Ich denke mir, da werden wieder mal die Brombeerhecken geschnitten, schliesse das Fenster und versuche, noch ein wenig zu schlafen. Zwei Stunden später trifft mich fast der Schlag. Ich schaue zum Fenster raus und stelle fest, dass nicht nur die Brombeerhecken geschnitten werden, nein sogar ganze Bäume werden mit grossen Maschinen gestutzt, umgesägt und ausgerissen. Die ganze Böschung wird kahlgeschlagen. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Alles spricht von grüner Lunge, Bäume erhalten, neue pflanzen. Nicht so in Rheinfelden. Da wird verbaut, zugepflastert und kahlgeschlagen.
Die Amsel, die sich jeden Morgen auf die oberste Spitze eines Baumes gesetzt und ihr Liedchen geträllert hat kann nicht mehr kommen. So auch die vielen Spatzen, Meisen und anderen Vögel, die in einer wunderschönen Birke ihr Zuhause hatten, sind vertrieben worden. Es ist eine gähnende Leere. Den Feldstecher kann ich entsorgen, da gibts nichts mehr zu beobachten. Höchstens wer, wo, in welchem Galgenhäuschen gerade Party macht. Und hat sich nicht auch noch «El Ninò» angekündigt? Im Sommer kann das ja heiter-hitzig werden, wenn da keine Bäume und Sträucher mehr sind.
Wenn bei den Gleisen gewerkelt wird, werden wir vorgängig durch die SBB mit einem Schreiben informiert. Wer das Werk an der Böschung zu verantworten hat, fand es nicht einmal für notwendig, uns Bewohner vorgängig zu informieren. Es ist himmeltraurig, einfach nur «zum Heulen».
ERIKA SOLLBERGER, SALMENPARK, RHEINFELDEN