Oldie-Cup der Pontoniere in Sisseln
«Breit, Ruder, Stachel!» tönte es am Samstag quer über den Rhein. Neben den Kommandos aus den Booten und den Zurufen der Zuschauer war vielfach lautes Lachen hörbar. Hier beim Oldie-Cup ging es um das pure Vergnügen beim ...
Oldie-Cup der Pontoniere in Sisseln
«Breit, Ruder, Stachel!» tönte es am Samstag quer über den Rhein. Neben den Kommandos aus den Booten und den Zurufen der Zuschauer war vielfach lautes Lachen hörbar. Hier beim Oldie-Cup ging es um das pure Vergnügen beim Sport, das war deutlich spürbar.
Petra Schumacher
Nicht ganz vierzig Boote gingen in Sisseln an den Start. «Wir haben eine deutlich höhere Beteiligung erwartet, aber die extreme Hitze setzt gerade ja den Älteren gehörig zu», so OK-Chef Joachim Wagner vom Pontonierfahrverein Sisseln. «Schon 2012 haben wir den Anlass durchgeführt und alle in guter Erinnerung behalten. Deshalb haben wir gern wieder zu uns an den Rhein eingeladen.»
Ein Moment der Verbundenheit
Der Oldie-Cup und Veteranentreff geht auf die Initiative der Veteranenabteilung vom Pontonier Sportverein Brugg im Jahr 2008 zurück und gehört seitdem zum Jahresprogramm der Pontoniere. Gestartet wird beim Cup in kombinierten Altersklassen in drei Kategorien: 90 plus, 120 plus und in der Generationenkategorie 90 plus. Dabei wird das Alter der beiden Fahrer zusammengezählt und Alterspunkte angerechnet. Anders als bei den anderen Wettkämpfen können hier auch Fahrpaare aus verschiedenen Vereinen zusammen im Boot fahren. «Wir haben gemerkt, dass viele unserer Veteranen sportlich noch recht rege sind und zudem ordentlich Lust haben, nochmals ins Boot zu steigen», so Veteranenobmann Leo Baschnagel vom Schweizerischen Pontonier-Sportverband. «Bei diesem Anlass werden Punkte gezählt, aber keine Zeit gemessen.
Es geht auch nicht um den Sieg, sondern um den Plausch, um das Wiedersehen, das Reden über alte Zeiten und gemeinsame Erlebnisse.» Mit von der Partie in Sisseln war auch der ehemalige Kampfrichter René «Bimbo» Herzog. Die älteren Pontoniere kennt er alle beim Namen. «Viele der Pontoniere kennen sich, seit sie als Jugendliche ins Boot gestiegen sind. Das Erinnern an gemeinsame Anlässe und der Austausch schafft einen Moment der Verbundenheit, den wir alle sehr schätzen.»
Niedrigwasser und kaum Wind kamen dem Anlass entgehen und so wurde auch der Parcours als Genuss empfunden – das war den entspannten Gesichtern und dem häuf igen Lachen zu entnehmen. Die Kombinationen waren vielfältig: Vater und Sohn, Onkel und Neffe, Meitli und Senior. Dazu kamen die vielfarbig gemischten Vereinsfarben in den Booten.
Familientreff der älteren Pontonier-Generation
Ältester Cup Teilnehmer war Ernst Fischer aus Dietikon mit Jahrgang 1936, der zusammen mit seinem Neffen, Bruno Moser, Jahrgang 1956 im Boot stand. «Ernst nutzt noch immer jede Gelegenheit, um ins Boot zu steigen. Es ist schön zu erleben, wie sehr er dem Sport verbunden ist», berichtete Bruno Moser. Auch die gelben Vereinstrikots der Laufenburger Pontoniere waren in Sisseln zu sehen. «Wir Pontoniere sprechen ja gerne von uns als Pontonier-Familie. In dem Sinn ist der Anlass als Familientreffen der älteren Generation zu sehen», so der Laufenburger René Leuenberger, bevor er mit Marc Baltischwiler ins Boot stieg. «Ich bin früher bei den Pontonieren gefahren, stand aber seit dreissig Jahren nicht mehr im Boot», erklärte Marc Baltischwiler. «Bei vielen Anlässen wurde ich deswegen «angezündet». Jetzt bin ich dabei und nach der ersten Runde auf dem Parcours vorhin kann ich sagen: Ich weiss noch, wie es geht», so der ehemalige Pontonier mit einem Lächeln.