Das Projekt «Biodiversität verpachten» von Pro Natura schlägt Brücken zwischen Landwirtschaft und Naturschutz. Ein Beispiel aus Zeiningen.
Wer heute im Schweizer Mittelland auf einen Spaziergang geht, hat wenig Chancen, einen Grünspecht vorbeifliegen oder Margeriten blühen zu ...
Das Projekt «Biodiversität verpachten» von Pro Natura schlägt Brücken zwischen Landwirtschaft und Naturschutz. Ein Beispiel aus Zeiningen.
Wer heute im Schweizer Mittelland auf einen Spaziergang geht, hat wenig Chancen, einen Grünspecht vorbeifliegen oder Margeriten blühen zu sehen. Die meisten Wiesen sind eher eintönig grün und blumenlos. Es fehlen Bäume und Hecken, wo sich singende Vögel niederlassen können. Das kostenlose Beratungsangebot «Biodiversität verpachten» für Landbesitzende möchte der Vielfalt in unserer Landwirtschaft unter die Arme greifen. Das Beispiel von zwei Landbesitzerinnen und dem bewirtschaftenden Landwirt zeigt: Nahrungsmittelproduktion und Ökologie können gemeinsam funktionieren.
Ein Landwirt investiert in die Zukunft
Als sich die Geschwister Doris und Rita Berger an ihren Pächter Roland Brogli wandten mit dem Wunsch, auf ihrem Land Biodiversität zu fördern, organisierte dieser umgehend eine Fachberatung. «Ich mache bereits viel im Bereich Nachhaltigkeit, wenn es um Energie geht. Wir bauen eine weitere Solaranlage und ab nächstem Jahr läuft unser Betrieb vollständig autark. Es war jedoch klar, wenn es um die Biodiversität geht, brauche ich eine Fachperson.»
Kombination von Ackerbau und Blumenwiese führt zu mehr Vielfalt
Die Biodiversitätsberaterin Bea Vonlanthen von der Agrofutura AG erarbeitete gemeinsam mit Roland Brogli unterschiedliche Vorschläge für die zukünftige Bewirtschaftung der 84 Aren der Geschwister Berger.
Durch die von Pro Natura finanzierte Beratung gelang es, eine Lösung zu finden, die beide Seiten zufriedenstellt. Die Schwestern und der Landwirt entschieden sich dafür, 60 Prozent des Landes als Blumenwiese zu bewirtschaften. Auf den anderen 40 Prozent sollte Ackerbau ohne Pestizideinsatz betrieben werden. «Bea Vonlanthen meinte, dass die Artenvielfalt so möglicherweise noch mehr profitiert als mit einer Blumenwiese allein», sagt der Landwirt. Eine Feldlerche kann beispielsweise in der Ackerkultur brüten und in der Wiese Nahrung finden.
Mehr Biodiversität und Verständnis füreinander
Doris und Rita Berger sowie ihre Partner haben durch das gemeinsame Projekt einen vertieften Einblick in die Landwirtschaft erhalten. Alle Beteiligten freuen sich darüber, dass die Produktion von Lebensmitteln weiterhin ihren Platz haben darf. Sie loben sich gegenseitig für die jeweilige Offenheit und Flexibilität. Christian Lässer, der Mann von Doris Berger, schlussfolgert: «Es zeigt, dass Produktion und Ökologie zusammen funktionieren.»
(mgt)
Das kostenlose Beratungsangebot «Biodiversität verpachten» von Pro Natura hat bereits zu zahlreichen Umsetzungen für die Biodiversität im Einklang mit der landwirtschaftlichen Nutzung geführt.
Weitere Infos im Internet: www.pronatura.ch/de/biodiversitaetverpachten