«Endlich geht es los»
16.01.2026 EikenMit dem Spatenstich für die 26 Millionen Franken teure Südspange ist ein bedeutender Meilenstein für die weitere Entwicklung des Sisslerfeldes gesetzt worden. Die Lose 1 und 2 dieser Erschliessungsstrasse befinden sich auf Eiker Gemeindegebiet.
Susanne Hörth
«Ich freue mich, dass endlich gebaut werden kann», sagte Gemeindeammann Stefan Grunder am Mittwoch bei der Begrüssung (die NFZ berichtete bereits kurz am 15. Januar). Dem «endlich» sei eine intensive Planungsphase vorausgegangen. Sein Dank galt allen Beteiligten – insbesondere seinen Ratskolleginnen und -kollegen, die trotz grosser Anspannung stets durchgehalten hätten. In Eiken sorgte die Erschliessungsstrasse durch den vom Kanton vorgegebenen und nicht verhandelbaren Gemeindekostenanteil in Höhe von rund 11 Millionen Franken längere Zeit für viele Diskussionen. Am Mittwoch betonte Stefan Grunder, dass für ihn der Baustart der Südspange zugleich den Beginn eines Generationenprojekts markiere.
Auch Bauverwalter Micha Waldmeier hob vor den anwesenden Vertreterinnen und Vertretern von Gemeinde, Kanton, ansässigen und neuen Sisslerfeld-Unternehmen sowie der Baufirma die Bedeutung des Vorhabens hervor. «Es ist ein riesiger Meilenstein in der Entwicklung unserer Gemeinde», betonte er. Der Baustart sei nicht nur für Eiken, sondern für das gesamte Sisslerfeld ei n weg weisender Schritt. Waldmeier freut sich über die einmalige Gelegenheit, diese Gebietsentwicklung aktiv begleiten zu dürfen.
Seine Begeisterung für das grosse Projekt machte er zudem deutlich, als er nach dem offiziellen Spatenstich für einen kurzen Augenblick hinter dem Steuer des Baggers Platz nahm und einige Schaufeln Erdreich bewegen konnte.
Kein gewöhnliches Strassenbauprojekt
«Viel Schweiss wurde vergossen, bis es nun so weit war», erinnerte Kantonsingenieur Dominik Studer und machte deutlich, dass es sich bei der Südspange keineswegs um ein gewöhnliches Strassenbauprojekt handle. Er verwies auf ein Novum in zweierlei Hinsicht. «Noch nie hat der Kanton eine kommunale Strasse gebaut.» Beim Bau der Südspange tritt der Kanton als Bauherr auf. Erstmalig sei zudem, dass der Kanton mit den 26 Millionen Franken einen Baukredit gesprochen habe, bevor das Gesamtprojekt ausgearbeitet worden war.
Zahlreiche Fragen hätten geklärt, Verträge unterzeichnet und eine Begleitgruppe gebildet werden müssen, bis es schliesslich hiess: «Achtung, fertig, los.» Umso erfreuter zeigte sich Studer über den zwei Wochen früheren als vorgesehenen Baustart. «Das ist nur dank der guten, gemeinsamen Zusammenarbeit möglich.» Er ist überzeugt, dass mit diesem Projekt ein zentraler Grundstein für die Weiterentwicklung des Sisslerfeldes gelegt werde.
Während sein Vorredner den Blick etwas zurückschweifen liess, richtete Projektleiter Daniel Mathis den Fokus auf die kommenden Monate. «Nun entsteht die Strasse mit Unterführung, Werkleitungen und Bushaltestellen», erklärte er und wies auf den anspruchsvollen Zeitplan hin. Die neue Strassenunterführung hob er nicht nur als spannenden Bauprozess, sondern auch durch ihre nur wenige Wochen dauernde Umsetzung in diesem Sommer hervor.
Drei Abschnitte
Die insgesamt 1,65 Kilometer lange Südspange teilt sich in drei Abschnitte auf. Los 1 und Los 2, die komplett neu erstellt werden müssen, befinden sich auf Eiker Gemeindegebiet. Bei Los 3 handelt es sich um einen 325 Meter langen Abschnitt auf Münchwiler Boden. Für den Ausbau der bestehenden, einfachen Strasse zwischen der Sisslerstrasse und der Gemeindegrenze Eiken hat die Münchwiler Gemeindeversammlung im November 2025 160 000 Franken bewilligt.
Bis Ende 2027 soll die neue Erschliessungsstrasse fertiggestellt sein, damit der Pharmakonzern Bachem wie geplant mit dem Bau seines neuen Produktionswerks im Sisslerfeld – auf Eiker Gemeindegebiet – beginnen kann. Beim Spatenstich wurde mehrfach auf einen guten Bauverlauf, bei dem die Sicherheit immer oberste Priorität geniesse, gehofft.


