Eisenbahnbrücke im Stadtzentrum wird neu gebaut
26.02.2026 Badisch RheinfeldenIn Badisch Rheinfelden kündigt sich 2029 ein Grossbaustellen-Jahr an
Die Eisenbahn- und Strassenbrücke der Güterstrasse über die Basler Strasse mitten in der Stadt Badisch Rheinfelden ist bald 130 Jahre alt und muss ersetzt werden. Das gesamte Jahr 2029 soll sie in ...
In Badisch Rheinfelden kündigt sich 2029 ein Grossbaustellen-Jahr an
Die Eisenbahn- und Strassenbrücke der Güterstrasse über die Basler Strasse mitten in der Stadt Badisch Rheinfelden ist bald 130 Jahre alt und muss ersetzt werden. Das gesamte Jahr 2029 soll sie in Etappen abgerissen und neugebaut werden. Kosten von knapp drei Millionen Euro kommen auf die Stadt zu.
Boris Burkhardt
Die Eisenbahnbrücke über die Bundesstrasse 34, die hier in der Stadt Basler Strasse heisst, ist nicht besonders schön. Aber sie ist aus Schweizer Sicht das Eingangstor in die badische Nachbarstadt: Hier muss (fast) jeder unten durch, der mit dem Auto oder zu Fuss von der Schweiz in die Badisch-Rheinfelder Innenstadt will. Bereits 2021 teilte die Deutsche Bahn der Stadt mit, dass die Brücke komplett erneuert werden muss: Sie wurde 1901 gebaut und hat in Bälde ihre technische Lebensdauer erreicht. Ursprünglich war der Baubeginn schon für 2026 angekündigt; inzwischen steht fest: 2029 wird ein Grossbaustellen-Jahr in Badisch Rheinfelden werden.
Eigentlich sind es drei Brücken
Die Bauarbeiten an der Brücke sollen von Januar bis Dezember das ganze Jahr andauern. Erst wird die neue Eisenbahnbrücke vor Ort gebaut und dann seitlich eingeschoben. Danach werden die Strassenbrücke und der Fuss- und Veloweg gebaut. Vertrackt an dem Bauwerk ist nämlich, dass es sich eigentlich um drei Brücken handelt: Neben dem Bauwerk, über das die Gleise führen, liegen nördlich die Strassenbrücke, die noch zur Güterstrasse gehört, bevor sie in Richtung Innenstadt in die Alte Landstrasse übergeht, sowie südlich der schmale Übergang, der zu Fuss eine direkte Verbindung vom Bahnhof zum Adelberg erlaubt.
Schon 2021 musste die Stadt erstaunt feststellen, dass ihr die Strassenbrücke nicht gehört. 1901 bauten die Grossherzoglich Badischen Staatseisenbahnen die Eisenbahnbrücke; die zugehörige Strassenbrücke diente damals nur als Zufahrt zum östlich gelegenen Güterbahnhof. Die Strassenbrücke wurde im Laufe der Jahrzehnte aber
immer intensiver als öffentliche Strasse genutzt und zu einer wichtigen innerstädtischen Verbindung – ohne dass sie jemals als öffentliche Strasse umgewidmet worden wäre und damit den Besitzer gewechselt hätte. Nun ist das Verhältnis das nämlich verzwickte, dass die Stadt auf die Brücke angewiesen ist, die Bahn damit aber machen kann, was sie will.
Das gesamte Bauwerk ist heute im Eigentum der «DB InfraGo AG», eine der vielen Tochterunternehmen der Deutschen Bahn. Sie hat auch die Verkehrssicherungspf licht für die Eisenbahnbrücke. Die Verkehrssicherungspflicht für die Strassenbrücke und den Fuss- und Veloweg liegt bei der Stadt, die Verkehrssicherungspf licht für die unten durchlaufende B34 wiederum beim Land Baden-Württemberg.
Die juristischen und diplomatischen Versuche der Stadt, die Strassenbrücke im Eigentum von der Eisenbahnbrücke zu trennen, um den Neubau ersterer noch hinauszuzögern, scheiterten an der Deutschen Bahn. Die Stahlbetonkon struktion sei statisch nicht zu trennen: Wird die Eisenbahnbrücke abgerissen, müssen auch die beiden anderen Brücken abger issen werden. Die Stadt hat also keine Wahl, als mitzuziehen und den Neubau der Strassenbrücke selbst zu finanzieren, wenn sie nicht auf sie verzichten will. Sie wird nun die Synergien der Grossbaustelle nutzen und die Strassenbrücke direkt im Anschluss an die fertiggestellte Eisenbahn brücke bauen.
Bereits auf das Jahr 2029 hochgerechnet geht die Stadt von Baukosten von 2,4 Millionen Euro für die Strassenbrücke und 350 000 Euro für die Fussgängerbrücke aus. Die Bahn hingegen wird für die Eisenbahnbrücke voraussichtlich acht Millionen Euro zahlen müssen.
Die Elektrifizierung der Hochrheinstrecke ist 2029 planmässig abgeschlossen; die Baustelle in Badisch Rheinfelden sollte darauf also keinen Einfluss haben. Allerdings muss voraussichtlich für vier Wochen der komplette Zugverkehr unterbrochen werden. Die Basler Strasse soll abgesehen von dieser Zeit befahrbar bleiben; auch die Fussgängerunterführung wird laut Stadt nicht beeinträchtigt. Die Güterstrasse wird an dieser Stelle aber für rund ein Jahr nicht benutzbar sein. Damit steht bereits fest, dass das Troittoirfest 2029 in anderem Rahmen stattfinden muss.



