Auf dem Gelände der ehemaligen Kiesgrube Chis in Zeiningen, unmittelbar am Gemeindebann zu Wallbach, ist am Freitag das gleichnamige Naturförderprojekt der Bevölkerung vorgestellt worden.
Willi Wenger
Beteiligt am Projekt sind BirdLife Schweiz, Bird-Life Aargau und Holcim ...
Auf dem Gelände der ehemaligen Kiesgrube Chis in Zeiningen, unmittelbar am Gemeindebann zu Wallbach, ist am Freitag das gleichnamige Naturförderprojekt der Bevölkerung vorgestellt worden.
Willi Wenger
Beteiligt am Projekt sind BirdLife Schweiz, Bird-Life Aargau und Holcim Schweiz. Projektleiter Lukas Merkelbach stellte einer kleinen interessierten Gruppe von Einwohnerinnen und Einwohnern der Gemeinden Zeiningen und Wallbach das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit vor.
Gemeindepräsidien begeistert
Wallbachs Frau Gemeindeammann Marion Wegner-Hänggi äusserte sich hochzufrieden über das Projekt: «Hier im ‹Chis› besteht grosses Potenzial für Flora und Fauna. Die Verbindung zwischen dem Naturschutz, dem Schutz des Grundwassers und auch der Landwirtschaft ist für mich einzigartig.» Ihr Amtskollege aus Zeiningen, Andreas Geiss, ergänzte seine Beurteilung über das «Chis» kurz und bündig mit «positiv, super».
Aus der alten Kiesgrube ist eine 6,7 Hektar grosse Naturschutzfläche entstanden, eine Naturoase, wie sich Projektleiter Lukas Merkelbach ausdrückte; dies im Grossen und Ganzen im vergangenen Jahr, als die Verträge mit der Holcim Schweiz unterschrieben wurden. Naturschutzbiologe Merkelbach informierte über die vorhandenen und geplanten Amphibienweiher, die biodiversen Äcker, die sanierte Uferschwalbenwand, den benachbarten Wildtierkorridor und auch darüber, was das Gebiet mit dem Grundwasser zu tun hat. Eindrücklich sind auch die rund 400 Laufmeter Niederhecken. Gepflanzt durch Freiwillige. «Die Hecken sind Lebensraum, Deckung und Nahrungsangebot für Wildtiere und Insekten in einem, zudem grenzen sie das Gebiet gut ein», erklärte Merkelbach.
Kerngebiet für Biodiversität
Die rund zehn Fussballfelder grosse Fläche hat viel Potenzial. Dies auch deshalb, weil in einer guten Zusammenarbeit zwischen Holcim Schweiz, BirdLife Schweiz und BirdLife Aargau ein gemeinsames Projekt entwickelt wurde. Dieses ist gemäss Merkelbach langfristig gesichert, indem BirdLife die Hälfte des Gebietes gekauft hat und die andere Hälfte im Besitz von Holcim Schweiz bleibt, BirdLife aber sich daran die Vorkaufsrechte von Holcim gesichert hat.
Das Gebiet Chis ist auch ein hochwertiger Lebensraum mitten im internationalen Wildtierkorridor Schwarzwald-Wallbach-Zeiningen über die nahegelegene Autobahn A3. Die dortige Grünbrücke ermöglicht es Wildtieren auf ihren Wanderungen, hochwertigen Lebensraum zu erreichen, der Deckung, Nahrung und Wasser bietet.
Für Trinkwasser kein Risiko
«Betroffen» vom Ganzen sind auch die Menschen, liegt doch die Trinkwasserfassung von Wallbach und Mumpf direkt angrenzend ans «Chis». Die dortigen Trinkwasserschutzzonen schützen das Trinkwasser vor Schadstoffen. Dies bestätigte auch Wegner-Hänggi, die festhielt, dass die Trinkwasserschutzzonen vor Ort deutlich ausgedehnt wurden. «Wir konnten die Förderung von Wasser von 1000 auf 2000 Liter pro Minute steigern. Angestrebt sind als realistisches Ziel 4000 Liter pro Minute.»
Landwirte übernehmen Bewirtschaftung
Schliesslich nahmen die Besuchenden mit auf den Heimweg, dass die künftige Nutzung des Gebiets mit vier grossen Weihern und dem dazugehörenden Landlebensraum extensiv, also bewusst zurückhaltend, ohne synthetische Pflanzenschutzmittel und ohne oder nur mit stark reduziertem Düngereinsatz geschieht. Die Bewirtschaftung übernehmen lokale Landwirte. Das «Chis» sei für das Trinkwasser also kein Risiko, im Gegenteil. «Es ist eine zusätzliche Schutzschicht», sagte Naturschutzbiologe Lukas Merkelbach bei Sommerwetter.
Fazit: Bis Ende des Jahrzehnts entsteht definitiv ein Stück einzigartige Landschaft.