Ein neuer Blick aufs Sisslerfeld
12.06.2026 EikenVerein «Plattform Sisslerfeld» startet mit Turm, Bürgerprojekt und regionalem Rückhalt
An der konstituierenden Vereinsversammlung der «Plattform Sisslerfeld» wurde der fünfköpfige Vorstand gewählt und Gründungspräsident Peter Bircher ...
Verein «Plattform Sisslerfeld» startet mit Turm, Bürgerprojekt und regionalem Rückhalt
An der konstituierenden Vereinsversammlung der «Plattform Sisslerfeld» wurde der fünfköpfige Vorstand gewählt und Gründungspräsident Peter Bircher zum ersten Ehrenmitglied des noch jungen Vereins ernannt.
Susanne Hörth
Was durch die Initiative engagierter Personen mittels Vereinsgründungen entstehen kann, weiss Peter Bircher bestens. Der Alt-Nationalrat aus Wölflinswil hat gemeinsam mit Gleichgesinnten vieles ins Leben gerufen, das bis heute Bestand hat und sogar an Bedeutung gewonnen hat. An der Gründungsversammlung des Vereins «Plattform Sisslerfeld» nannte der 87-Jährige einige Beispiele: etwa den Planungsverband Fricktal Regio, der für seine 32 Mitgliedgemeinden in diesem Januar bereits das 32. Gemeindeseminar durchgeführt hat. Oder die regionale Rundbahn in Stein, den Verein «Dreiklang Aare – Jura – Rhein», aus dem später der Jurapark Aargau hervorging. Mit dem slowUp Hochrhein oder der Hochrheinkommission führte Bircher weitere Beispiele an und leitete damit als Gründungspräsident zum neuen Verein «Plattform Sisslerfeld» über, dessen konstituierende Versammlung am Mittwochabend im Eiker Zivilschutzzentrum vor zahlreichen Teilnehmenden aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft beidseits des Rheins stattfand.
Initiant und Projektleiter ist Christoph Grenacher aus dem Kaister Ortsteil Ittenthal. Was sein Vorredner über das Einstehen für die Region, ihre Menschen, ihre Natur und ihre Entwicklung gesagt hatte, griff auch er in seiner Vorstellung der Vereinsziele auf. Der neue Verein, dessen sichtbares Zeichen der dreieckige, über zehn Meter hohe Holzturm mit Aussichtsplattform ist, möchte die Veränderungen im Sisslerfeld für alle erlebbar machen.
Per Videobotschaft gratulierten SVP-Nationalrat Christoph Riner sowie Staatssekretärin und SPD-Bundestagsabgeordnete Rita Schwarzelühr-Sutter zur Vereinsgründung. Für Riner ist es ein gutes Projekt für mehr Transparenz, das die wirtschaftliche Entwicklung aufzeigt und die Region verbindet. Rita Schwarzelühr-Sutter betonte: «Zukunft entsteht nicht allein in Behörden, Unternehmen oder politischen Gremien. Zukunft entsteht dort, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen, Ideen austauschen und Verantwortung übernehmen.» In diesem Sinne will auch der Verein aktiv sein. Mit dem Betrieb der Aussichtsplattform sollen Vernetzungsformate für Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft geschaffen werden. Auch Schulen sind eingeladen, das Sisslerfeld im Rahmen von Führungen zu entdecken.
«Nur wer die Vergangenheit kennt, und die Gegenwart versteht, kann die Zukunft bewältigen.» In diesem Sinne lanciert der neue Verein das Bürgerprojekt «Das Sisslerfeld neu entdecken». Dazu werden grenzüberschreitend Fotos, Dokumente und Zeitzeugenberichte aus über 100 Jahren Industriegeschichte zusammengetragen.
Der neue Vorstand und die nächsten Schritte
Die Versammlung wählte Patrick Geiger aus Münchwilen, Hartmut Fricke aus Bad Säckingen, Christoph Mayer aus Kaisten, Daniel Müller aus Kaisten sowie Christoph Grenacher mit Applaus in den Vorstand. Ziel ist es, weitere Vorstandsmitglieder zu gewinnen. Gründungspräsident Peter Bircher wurde zum ersten Ehrenmitglied des Vereins ernannt.
Als nächste Schritte soll der derzeit eingelagerte Turm mit Aussichtsplattform auf einem von der AEW zur Verfügung gestellten Grundstück in Münchwilen in den kommenden Wochen definitiv aufgebaut und spätestens am 12. September im Rahmen des vierten Sisslerfeldtages in Betrieb genommen werden. Die Plattform Sisslerfeld ist, so Christoph Grenacher, mehr als ein einfacher Aussichtsturm. «Sie ist ein Symbol, Bildungsort, Dialogforum und Klammer für eine grenzüberschreitende Region von Kaiseraugst bis Waldshut, vom Fricktal bis in den Hotzenwald.»

