Münchwilen entdeckt für sich das Marktgeschehen
Inspiriert vom städtischen Quartierflohmarkt, fand am letzten Samstag in Münchwilen der erste «Dorfmärt» statt. Die Organisatoren von der Kulturkommission zeigten sich zufrieden.
Petra Schumacher
2022 wurde in ...
Münchwilen entdeckt für sich das Marktgeschehen
Inspiriert vom städtischen Quartierflohmarkt, fand am letzten Samstag in Münchwilen der erste «Dorfmärt» statt. Die Organisatoren von der Kulturkommission zeigten sich zufrieden.
Petra Schumacher
2022 wurde in Münchwilen die Kulturkommission mit dem Ziel gegründet, die gesellschaftliche Teilhabe der Dorfbevölkerung am Gemeindegeschehen weiter zu stärken. Durch ein aktives Miteinander sollen das gegenseitige Verständnis gefördert und der Austausch zwischen alteingesessenen und neu zugezogenen Menschen unterstützt werden.
Idee vom «Dorfmärt»
Als erstes Projekt der Kulturkommission wurde der «Herdmännlipfad» umgesetzt. «Das war direkt ein ziemlich grosses Projekt, das uns drei Jahre beschäftigt hat», so Daniel Güntert von der Kulturkommission. Nach der erfolgreichen Eröffnung des Pfads im Mai 2025 rückten neue Ideen ins Zentrum der Diskussion. Den Vorschlag für einen Markt hat Livia Hunziker, ebenfalls Mitglied der Kulturkommission, von ihrem früheren Wohnort in Basel mitgebracht. «Ich kenne von dort die Quartierflohmärkte, bei denen die Leute ihre Stände direkt vor dem Haus aufstellen. Aber dieses Konzept konnten wir für Münchwilen so nicht übernehmen, weil sich die Stände im Dorf doch weit auseinandergezogen hätten.» Der Grundgedanke für einen unkomplizierten «Dorfmärt», dessen Marktstände ausschliesslich von Einheimischen bewirtschaftet werden sollten, blieb bestehen. «Nach einem Rundgang durch das Dorf fanden wir recht schnell die Strasse unterhalb der Schule als geeigneten Platz für unsere Marktgasse», erklärt Daniel Güntert. «Wir wollten bewusst klein und fein anfangen, was ja auch das Motto vom Dorf selber ist, und mit dem ersten Markt das Interesse testen. Wir waren dann aber überrascht, dass wir kurz nach der Veröffentlichung von diesem Anlass direkt 22 Anmeldungen erhielten.»
Das Markttreiben
Die Marktbesucher konnten sich am Samstag über optimales Wetter freuen. Bereits um 11 Uhr war die Marktgasse mit Interessierten gut gefüllt. Flohmarktartikel, Selbstgebasteltes, Gemüsepf lanzen und Backwaren standen zum Verkauf. Einer der jüngsten Verkäufer war der siebenjährige Lias, der mit seinem Cousin einen Flohmarktstand hatte. Als er gefragt wurde, was er mit dem Geld machen möchte, das er einnimmt, blitzten seine Augen auf. «Das Fernrohr schräg gegenüber am anderen Stand, das würde mir gefallen.» Allerdings hatte er mit seinen Eltern vereinbart, dass er ab 20 Franken Einnahmen die Hälfte spendet. Ganz überzeugt von dieser Abmachung wirkte der junge Verkäufer allerdings noch nicht. Um 12 Uhr füllten sich auch die Bänke der Festwirtschaft. Neben Burgern und Bratwürsten vom dörflichen Produzenten gab es auch einen Stand von der Schule mit Süssem und Salzigem. «Wir nutzen den Anlass, um Geld für einen zusätzlichen Wintersporttag zu sammeln», erklärt Primarschullehrerin Vanessa Bippus. Die Stimmung ist entspannt, überall sieht man zufriedene Gesichter. Hin und wieder hört man «Gut, dass was im Dorf läuft» oder «Lässiger Anlass».
Fazit der Organisatoren
Die Kulturkommission zeigte sich zufrieden mit dem ersten «Dorfmärt». «Unser Ziel war es, Leute miteinander ins Gespräch zu bringen, um den Austausch und das Miteinander zu fördern, und das ist gelungen», so Livia Hunziker. Daniel Güntert ergänzt: «Das Feedback war durchwegs positiv und wir können uns vorstellen, dass der Markt ab jetzt zum Jahresprogramm des Dorfes gehört. Zum Glück ist die Marktgasse etwas länger, sodass wir bei Interesse auch wachsen können.»