Am 8. März stimmen wir über die Individualbesteuerung ab. Ich werde mit voller Überzeugung ein Ja in die Urne legen. Unsere Gesellschaft ist nicht stehen geblieben. Wir Frauen sind gut ausgebildet, haben im Beruf gearbeitet und haben eine Steuererklärung abgegeben. Nach ...
Am 8. März stimmen wir über die Individualbesteuerung ab. Ich werde mit voller Überzeugung ein Ja in die Urne legen. Unsere Gesellschaft ist nicht stehen geblieben. Wir Frauen sind gut ausgebildet, haben im Beruf gearbeitet und haben eine Steuererklärung abgegeben. Nach der Verheiratung gab es keine eigene Steuererklärung mehr. Ihr Verdienst wurde von ihrem Mann versteuert. Dadurch fielen die Steuern höher aus, weil das Einkommen zu einem höheren Steuersatz (Progression) veranlagt wurde. Zur Milderung kam das Ehepaar in den Genuss eines tieferen Steuersatzes als die Alleinstehenden. Jedoch kann niemand voraussagen, wie lange man verheiratet ist. Plötzlich stirbt der Mann oder die Frau, oder die Ehe wird geschieden, dann wird sofort wieder der Alleinstehenden-Steuersatz angewendet, was zu viel höheren Steuern sowie zu einer viel höheren Belastung des eigenen Portemonnaies führt. Das sogenannte Splitting ist auch nicht das Gelbe vom Ei. Die Individualbesteuerung gilt hingegen für alle ab dem ersten Tag der Arbeitsaufnahme bis zum Ableben. Wir haben das Glück, dass wir dank der direkten Demokratie unser Steuersystem selber bestimmen können. Ein Ja in die Urne, damit dieser verfassungswidrige alte Zopf endlich abgeschnitten werden kann – auch für die Gleichberechtigung von Mann und Frau.
ELVIRA HERZOG-REBER, RHEINFELDEN