«Die zwei Stachelfahrten werden nicht alle mögen»
08.06.2026 Wallbach, SportVom 19. bis 21. Juni messen sich Pontoniere aus 40 Vereinen beim Rudern und Stacheln auf dem Rhein. Der Parcours ist vorbereitet. Zum Pontoniersport gehört traditionell auch das gesellige Miteinander dazu. Die Wallbacher Pontoniere bieten hier etwas Spezielles.
Petra Schumacher
...Vom 19. bis 21. Juni messen sich Pontoniere aus 40 Vereinen beim Rudern und Stacheln auf dem Rhein. Der Parcours ist vorbereitet. Zum Pontoniersport gehört traditionell auch das gesellige Miteinander dazu. Die Wallbacher Pontoniere bieten hier etwas Spezielles.
Petra Schumacher
Diese Sportart gibt es nur in der Schweiz. Seit 1860 wird der Pontoniersport, aktuell durch 40 Vereine, betrieben. Steuermann und Vorderfahrer sind ein Team, im Weidling bis zum 20. und im Boot ab dem 21. Lebensjahr. Es gilt, auf dem Wasser einen Parcours zu absolvieren. Um möglichst erfolgreich zu sein, braucht es Kraft, Ausdauer und ein hohes Mass an Präzision. Ziel ist es, mittels erfolgreichen Passierens verschiedenster Hindernisse die Maximalpunktzahl in der bestmöglichen Zeit einzufahren. Mit sechs Vereinen ist das Fricktal im Juni bei den Schweizermeisterschaften vertreten: Schwaderloch, Laufenburg, Sisseln, Mumpf, Rheinfelden und Wallbach.
Parat für den Anlass
«Für uns ist es die dritte Schweizermeisterschaft, die wir als Verein ausrichten dürfen», berichtet Severin Guarda, Präsident vom Pontonierfahrverein (PFV) Wallbach, der auch zum OK-Team gehört. «Das Besondere am Pontoniersport ist, dass hier verschiedene Generationen im Verein zusammenkommen. Wir können gut auf die Erfahrungswerte der älteren Pontoniere zurückgreifen, das hat sehr geholfen.» Alicia Nussbaum vom OK-Team ergänzt: «Wir haben schon im Jahr 2024 mit der ersten OK-Sitzung begonnen, da wir wussten, dass gerade die amtlichen Abklärungen länger brauchen. Wir sind im Zeitplan. Die Bauten für den Wettkampf stehen, Unterkünfte für Wettkämpfer und Kampfrichter sind organisiert und die Vorbereitungen für den Festbetrieb laufen nach Plan.»
Das Wasser lesen
800 Pontoniere werden in Wallbach erwartet. «Die Nachbarvereine helfen uns mit Booten aus. Das wird ganz kameradschaftlich organisiert.» Oft wird man «uf em Bach» Kommandos wie «breit!», «Ruder!» und «Stachel!» hören. «Um erfolgreich zu sein, muss man das Wasser lesen können», erklärt Severin Guarda. «Strömung und Fliessgeschwindigkeit müssen richtig eingeschätzt werden, wenn es um die Umfahrung der Hindernisse und eine präzise Landung geht.» Zehn Elemente haben die Wallbacher Pontoniere für die Meisterschaft erstellt. «Für den Parcours haben wir zwei Stachelfahrten eingeplant. Das werden nicht alle Pontonierkollegen mögen», erklärt Severin Guarda mit einem Augenzwinkern.
Fahnenweihe
«Unsere Vereinsfahne stammt von 1970, die ist arg zerschlissen und es braucht dringend eine neue», erzählt Alicia Nussbaum. «Die Weihung der neuen Fahne wird für uns Vereinsmitglieder an diesem Anlass sicherlich ein emotionaler Moment sein.» Die Tambouren der Fasnachtzunft Ryburg aus Möhlin werden dafür den musikalischen Rahmen geben. «Ein besonderer Dank gilt den Wallbachern Diana und Bruno Kuster, die der neuen Fahne Gotte und Götti sind.»
«Floating Bar»
«Unser Verein hat eine gute Grösse und alle haben Freude an diesem Anlass», bestätigen die beiden OK-Mitglieder. «Zudem sind wir gut im Dorf und mit den anderen Vereinen vernetzt und erhalten viel Unterstützung, was uns sehr motiviert.» Mit Motivation und Vorfreude werden die Wallbacher Pontoniere auch ihren speziellen Festbau errichten. «Unsere ‹Floating Bar› ist schon einzigartig. Wir konnten vom Militär alte M1-Schlauchboote erwerben und seit vielen Jahren gehört die leicht schaukelnde Bar auf dem Rhein zu unseren Anlässen dazu.» So wird im Juni in Wallbach «uf em Bach» sportlich und im Festbetrieb ordentlich was los sein – wie man es von den Pontonieren halt kennt.

