Sieben Jahre war Dominic Deville im Fernsehen zu sehen, mit seiner Late-Night-Show wurde er schweizweit bekannt. Aktuell tourt er mit «Off!» durch die Schweiz und brillierte in Frick mit unbändiger Spielfreude.
Petra Schumacher
Der Kornhauskeller in Frick war ...
Sieben Jahre war Dominic Deville im Fernsehen zu sehen, mit seiner Late-Night-Show wurde er schweizweit bekannt. Aktuell tourt er mit «Off!» durch die Schweiz und brillierte in Frick mit unbändiger Spielfreude.
Petra Schumacher
Der Kornhauskeller in Frick war am Freitag ausverkauft. Das Publikum kennt Dominic Deville und hat eine hohe Erwartungshaltung. «Natürlich habe ich die Late-Night-Show geschaut und im «Meck» habe ihn auch schon live erlebt», erklärte Marianne Alfonso aus Laufenburg. «Ich bin gespannt, ob er noch so frech und direkt ist.» Celine Van Diest aus Kaisten ergänzt: «Im Fernsehen hat er die Witze genau auf den Punkt gebracht, er war so unglaublich schnell. Jetzt bin ich neugierig, was er uns mit seinem neuen Programm zeigt.»
Wegzappen ist unmöglich
Dominic Deville betritt die Bühne und füllt sie direkt aus. Der Kabarettist braucht keine Bühnendekoration oder irgendeinen Schnickschnack, er ist sich selbst genug. Einzig übergrosse orangerote Krallenhandschuhe hat der Komiker dabei. Mit seinen gestenreichen Bewegungen erinnert Deville an einen Dirigenten, der mit seinem Taktstock arbeitet, um das Orchester zu leiten oder ein Solo anzukündigen. Die orangeroten Handschuhe verstärken das Gesagte, steigern die Dramatik und zeigen auch mal ganz unbarmherzig direkt ins Publikum. Zur Begrüssung greift Dominic Deville die intime Atmosphäre des Kornhauskellers auf: «Wie schön, hier sind wir uns ja so nah wie daheim vor dem Fernseher. Nur sucht ihr jetzt die Fernbedienung vergeblich. Wegzappen geht nicht, die nächsten Stunden gehört ihr mir.»
Dominic Deville ist unbarmherzig direkt, schnell und greift Themen auf, die alle kennen. Ans Wegzappen hat im Publikum wohl niemand gedacht. Der Kabarettist nimmt die SRF-Halbierungsinitiative unter die Lupe und entwirft Szenarien, wie die zukünftige Schweizer Fernsehlandschaft aussehen könnte, bevor er sich der Liebe der Deutschschweizer fürs Tessin widmet. Aus dem Off erreichen ihn immer wieder Nachrichten, die er gekonnt für Übergänge nutzt.
Er redet schnell, kommt auf den Punkt und bezieht die Zuschauer mit ein. Der Komiker erreicht wohl jeden im Saal. Sein Humor ist bitterböse, denn immer ist ein Funken Wahrheit dabei. Es geht ans Eingemachte.
«Off!» war nur der Anfang
Dominic Deville hat eine bewegte Karriere. Vom Kindergärtner zum Punkrocker, vom Improvisationskünstler zum Fernseh-Star und von dort aus auf die Bühne mit einer Solo-Show. Was läuft sonst noch beim Komiker und was ist geplant? Ein Buch geistert bereits seit Jahren in seinem Kopf herum, ist von Deville zu hören. In 2026 will er daran nun konkret arbeiten. Mit seiner Punkband «The failed Teachers» hat er im letzten Jahr eine neue Platte aufgenommen und im Fernsehen ist er auch präsent. Dort aber sozusagen aus dem Off. Denn seit letztem Jahr leitet Dominic Deville als Headwriter das Autorenteam von Gabriel Vetters «Die Sendung des Monats». Und dann gibt es da noch eine Ankündigung, die alle Deville Fans freuen wird: der Komiker arbeitet an einem neuen Bühnenprogramm, das im Frühjahr 2027 Premiere feiern soll.