Der Kanton Aargau will Nacht- und Wochenendarbeit besser entschädigen. Für die Angestellten erfreulich – für viele KMUs ein weiteres Problem. Denn wenn der öffentlichen Hand Personal fehlt, scheint die Lösung einfach: höhere Löhne, bessere Zulagen und ...
Der Kanton Aargau will Nacht- und Wochenendarbeit besser entschädigen. Für die Angestellten erfreulich – für viele KMUs ein weiteres Problem. Denn wenn der öffentlichen Hand Personal fehlt, scheint die Lösung einfach: höhere Löhne, bessere Zulagen und attraktivere Arbeitsbedingungen. Bezahlt wird mit Steuergeldern. Ein Gewerbebetrieb hat diese Möglichkeit nicht. Er muss jeden zusätzlichen Franken zuerst bei seinen Kunden verdienen.
Bäckereien, Metzgereien, Restaurants, Pflegebetriebe, Bau- und andere Handwerksunternehmen suchen ebenfalls händeringend Personal. Viele sind auf Mitarbeitende angewiesen, die frühmorgens, abends oder am Wochenende arbeiten. Doch wie sollen sie im Lohnwettbewerb mit einem Staat mithalten, der seine Personalkosten über Steuern finanzieren kann?
So öffnet sich die Lohnschere zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft immer weiter. Besonders betroffen sind die KMUs – ausgerechnet jene Betriebe, die Arbeitsplätze schaffen, Lehrlinge ausbilden, Wertschöpfung erwirtschaften und mit ihren Steuern den Staat mitfinanzieren.
Faire Löhne beim Kanton: selbstverständlich. Aber der Staat muss sich bewusst sein, dass er auf dem Arbeitsmarkt nicht im luftleeren Raum handelt. Denn irgendwann stellt sich die Frage: Wer erwirtschaftet eigentlich noch das Geld, das der Staat so grosszügig verteilen kann? Oder anders ausgedrückt: bremst die Verwaltung – sie ist zu teuer!
MARKUS KUNZ, FRICK