An einem milden Frühlingstag setzte sich Herr oder Frau Niemand auf das Plauderbänkli beim PZS Schallen. Das Sandwich, die Pizza und die Aludose fühlten sich wie der König über sein kleines Reich aus «Eigentum» und Gemütlichkeit».
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An einem milden Frühlingstag setzte sich Herr oder Frau Niemand auf das Plauderbänkli beim PZS Schallen. Das Sandwich, die Pizza und die Aludose fühlten sich wie der König über sein kleines Reich aus «Eigentum» und Gemütlichkeit».
Als Niemand fertig war, legte er die leere Verpackung neben sich. «Ich nehme es gleich mit», murmelte er – ein Satz, den Niemand schon oft gesagt und selten eingehalten hatte. Kaum aufgestanden, meldete sich eine Stimme: «Aha! Wieder Je- mand, der denkt, ich sei ein Abfallkübel!» Niemand fuhr herum. Ist da Jemand? … Nur die Bank. «Ja, ich bin’s», seufzte sie. «Ich bin hier und werde vollgemüllt. Chips, Dosen, Kaugummi – und jetzt auch noch dein Müll. Ich bin eine Plauderbänkli, kein Komposthaufen!» «Niemand» errötete. «Du… du kannst sprechen?» «Nur wenn’s nötig oder gewünscht wird», sagte die Plauderbank streng. «Und glaub mir, nötig ist es!» Beschämt hob er die Verpackung auf. «Danke», sagte das Plauderbänkli. «Und sag’s ruhig weiter: Wer mich sauber hält, sitzt bequemer. Ich werde sonst unangenehm.» «Niemand» schwor sich, nie wieder etwas liegenzulassen. Und tatsächlich: Seit diesem Tag behauptete er, die Bank habe ihm zugelächelt, wenn er vorbeiging. Ob das stimmte? Keine Ahnung. Die Bank war zwar kurzzeitig sauber, aber unter und neben ihr hat es erneut Müll. Sogar ein Vierbeiner hat sich «erleichtert» was seinem Besitzer offenbar peinlich war und vergeblich versuchte, es zu entfernen.
Die Zuständigen für Ordnung «freuen sich» über die Bestätigung ihrer Notwendigkeit.
Und das Plauderbänkli? Einfach nur traurig Es schwieg…
RICHARD SCHMID, SENIOREN FÜR SENIOREN, MÖHLIN