Das Juwel am Lindenplatz
24.03.2026 Herznach-UekenRöslihaus Herznach: Familienprojekt unter Vorgaben des Denkmalschutzes
Sanierung und Umbau des «Röslihauses» am Lindenplatz in Herznach erforderten eine sorgfältige Planung und Umsetzung. Das Ergebnis erfüllt nun alle Vorgaben des Denkmalschutzes.
Das Kleinbauernhaus am Lindenplatz 1 in Herznach wurde 1850 durch Andreas Leimgruber erstellt. Nachdem Rösli Leimgruber 1991 verstorben war, wurde das im Besitze der Gemeinde Herznach stehende Haus nicht mehr bewohnt. Im Jahr 2011 erwarben Cornelia und David Kläusler das «Röslihaus» von der Gemeinde. Kläusler, der ehemalige Präsident der Sektion Aargau des Verbandes Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten (VSSM), betreibt in Herznach eine eigene Schreinerei. Für ihn, der über das notwendige Fachwissen und handwerkliche Können verfügt, lag es damals nahe, «eines der schönsten Häuser» in Herznach zu erwerben und es 2013 unter Denkmalschutz zu stellen. In der Folge hat er in Zusammenarbeit mit der Denkmalpf lege und Fachspezialisten in das gemauerte Juragiebelhaus mit der typischen Fricktaler Fassade aus Kornbergstein viel Zeit, aber auch Geld investiert. Unterstützt wurde er dabei durch seine Tochter Nadine, die damals in der Ausbildung zur Malerin stand. Am 28. September 2019 war es so weit. Zusammen mit der Denkmalpf lege wurde zu einem «Tag der offenen Türe» eingeladen. Dabei fühlte man sich in die Vergangenheit versetzt, konnten doch nebst den farblich freundlich gehaltenen Räumen auch alte Utensilien, die Küche und der schöne Kachelofen sow ie Möbelstücke aus längst vergangenen Zeiten bestaunt werden. Dies alles wurde so belassen.
Zum Leben erweckt
Viele Besitzer denkmalgeschützter Objekte fürchten sich vor Umbauten und den damit verbundenen denkmalpflegerischen Auflagen. Nicht so, David und Cornelia Kläusler. «Darüber, dass das Herzensprojekt zu einer Herausforderung wird, war ich mir im Klaren. Für mich stand die Realisierung von modernem, zweckmässigem Wohnraum und damit auch der Erhalt historischer Elemente im Vordergrund», so Kläusler. Bei einem Rundgang durch das optimal genutzte, dreigeschossige Gebäude konnte man sich von der Verbindung moderner Elemente und historischer Bausubstanz überzeugen. Erfreut zeigte sich Kläusler darüber, dass Tochter Nadine, die mittlerweile erfolgreich die eidg. Meisterprüfung abgelegt hat, sowohl bei der Farbgestaltung als auch bei der aufwändigen Bruchsteinmauersanierung im Innern selbst Hand angelegt hat.
Augenmerk auf Details gelegt
Als äusserst gelungen darf die aus Holzlamellen gestaltete Fassade bezeichnet werden. Damit wird durch die dahinterliegenden Fenster, welche nebst der Energieeffizienz auch dem Lichtdurchlass dienen, Transparenz geschaffen. Zentrum des Wohnbereichs bildet die offene, helle Küche. Dabei bilden die aus Nussbaum gefertigten Türen des Hängeschrankes sowie das als Vitrine gestaltete Eckelement den gewünschten Kontrast. So bleibt die Erinnerung an den Nussbaum, der einst auf eigenem Land stand und einem Sturm zum Opfer fiel. Hinter der Küche führt eine offene Treppe ins Obergeschoss, wo Schlaf- und Arbeitsräume umgesetzt wurden. Der darunterliegende Raum bildet das Reduit, in welchem Haustechnik und Wärmepumpe untergebracht sind. Der durch das grosszügige Fenster lichtdurchflutete Wohn- und Essbereich gibt den Blick auf den vorgelagerten Sitzplatz frei. (mgt)

