Sauberer Strom aus dem Quartier für alle: Seit April gibt es in Rheinfelden den Verein proLEG. Er setzt sich für die Förderung von Lokalen Elektrizitätsgemeinschaften ein. Präsident Peter Scholer bekommt viele Anfragen.
Valentin Zumsteg
«Das ist eine Revolution von unten», ...
Sauberer Strom aus dem Quartier für alle: Seit April gibt es in Rheinfelden den Verein proLEG. Er setzt sich für die Förderung von Lokalen Elektrizitätsgemeinschaften ein. Präsident Peter Scholer bekommt viele Anfragen.
Valentin Zumsteg
«Das ist eine Revolution von unten», sagt Peter Scholer. Er ist Präsident des Vereins proLEG Rheinfelden, der im April gegründet worden ist. Dank der Revision des Stromgesetzes können Besitzer von Photovoltaik-Anlagen seit Anfang Jahr ihren selbst produzierten Strom nicht nur für den Eigenbedarf nutzen, sondern ihn über das öffentliche Netz innerhalb eines Quartiers oder einer Gemeinde vermarkten (die NFZ berichtete). Der Verein, der mittlerweile rund 20 Mitglieder zählt, will solche «Lokalen Elektrizitätsgemeinschaften» (LEG) fördern.
«Preislich interessant»
«Das Interesse ist gross. Wir bekommen viele Anfragen», erklärt Peter Scholer. Er selbst betreibt seit längerem einen sogenannten «Zusammenschluss zum Eigenverbrauch» mit den Nachbarn. Dadurch können diese auch von seiner Photovoltaik-Anlage profitieren. Die LEG ist etwas Ähnliches, nur in einem etwas grösseren Rahmen. «Das ist preislich sowohl für die Produzenten als auch für die Konsumenten interessant», erklärt Scholer. Er ist begeistert vom neuen Stromgesetz, erklärt aber auch: «Es gibt noch einige Knackpunkte und Kinderkrankheiten.» Denn wenn sich kleine lokale Stromproduzenten mit Konsumenten zusammenschlies sen, braucht es eine Abrechnungsstelle. «Wir prüfen derzeit noch, mit welcher Firma w ir dafür zusammenarbeiten wollen. Da braucht es Profis», sagt Scholer. Er geht davon aus, dass es in Rheinfelden das Potential für rund 18 «LEGs» gibt. Demnächst soll eine solche Gemeinschaft auf dem Rheinfelder Kapuzinerberg gegründet werden. «Wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass so etwas möglich ist», sagt Peter Scholer dazu.
Infos an der Gewerbeschau und der «hellen Nacht»
Der Verein proLEG Rheinfelden will den Bürgerinnen und Bürgern die Angst vor den neuen Möglichkeiten nehmen und sie möglichst umfassend informieren. Zu diesem Zweck nimmt er mit einem Stand an der nächsten Rheinfelder Gewerbeausstellung im April 2027 teil. Schon vorher ist er am 4. November 2026 an der «hellen Nacht» im Fricktaler Museum beteiligt. Dort geht es nicht nur um die Geschichte des Wasserkraftwerks, sondern auch um die Stromzukunft – und diese soll möglichst schnell zur Gegenwart werden.
www.proleg-rheinfelden.ch