Das Hotel Schiff wird verkauft – die Stadt bedauert
02.04.2026 WirtschaftDie Schützen Rheinfelden Immobilien AG trennt sich vom Hotel Schiff in der Rheinfelder Marktgasse. Rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind von diesem Schritt betroffen. Ein Käufer wird gesucht. Die Stadt äussert sich besorgt.
Valentin Zumsteg
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Die Schützen Rheinfelden Immobilien AG trennt sich vom Hotel Schiff in der Rheinfelder Marktgasse. Rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind von diesem Schritt betroffen. Ein Käufer wird gesucht. Die Stadt äussert sich besorgt.
Valentin Zumsteg
Schlechte Nachrichten für Rheinfelden: Die Schützen Immobilien AG hat am Dienstag bekannt gegeben, dass sie das Hotel Schiff am Rhein verkaufen wird. Die Schliessung von Hotel und Restaurant ist Ende Oktober 2026 geplant. Der Verwaltungsrat hat den Entscheid am Montag getroffen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind am Dienstag informiert worden. «Abklärungen haben gezeigt, dass sich das Klinik-im-Hotel-Konzept im Schiff nicht nach unseren Vorstellungen umsetzen lässt», sagte Verwaltungsratspräsidentin Antonia Jann am Dienstag anlässlich einer Medienorientierung. «Ein reiner Hotelbetrieb entspricht aber nicht unserer strategischen Ausrichtung.» Deswegen habe man sich für den Verkauf entschieden.
«Entscheid ist uns sehr schwer gefallen»
«Dieser Entscheid ist uns sehr schwer gefallen. Es tut uns leid für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich mit sehr viel Herzblut und Engagement für das Schiff eingesetzt haben», sagte Jann. Von der Schliessung sind rund 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen. «Mit ihnen wird in persönlichen Gesprächen nach sozialverträglichen Lösungen gesucht», führte Hoteldirektorin Walburga Kunz aus. Man werde nicht alle übernehmen können, der Schützen habe aber sehr gute Netzwerke und sei bei der Stellensuche behilflich.
Künftig konzentriert sich der Schützen auf das Hotel Schützen und das Hotel Eden im Park, wo die Verbindung von Psychosomatik, Psychiatrie, Psychotherapie und Hotellerie gut funktioniert. «Die beiden Standorte bieten ideale Voraussetzungen, um unser Konzept gezielt weiterzuentwickeln», sagte Katharina Gessler, Vorsitzende der Geschäftsleitung und Klinikdirektorin.
Wer das Schiff kaufen wird, ist noch offen. Der Verkaufsprozess werde nun vorbereitet. «Am liebsten hätten wir einen Käufer, der mit seinen Plänen das Angebot in der Stadt bereichert», betonte Antonia Jann. Die Schützen Immobilien AG mache aber keine Vorgaben, wie das Gebäude, das sich über drei Parzellen erstreckt, künftig genutzt werden soll. «Es ist ein toller Standort an einer schönen Lage. Ich könnte mir da verschiedene Nutzungen vorstellen», so Jann.
«Gute Dienste geleistet»
Die Schützen Immobilien AG hatte das Hotel Schiff am Rhein 2011 zur Ergänzung des Klinik-im-Hotel-Konzeptes erworben und nach einer sanften Renovierung wieder als 3-Sterne-Hotel eröffnet. 2016 präsentierten die neuen Besitzer Pläne für einen Neubau. Diese wurden aber wegen Veränderungen im Gesundheitswesen vorerst auf Eis gelegt und 2025 schliesslich ganz aufgegeben. Während der intensiven Sanierung und Modernisierung in den Hotels Schützen und Eden diente das Schiff als Ausweichmöglichkeit für die Patientinnen und Patienten. Seit Mai 2024 wird es als reiner Hotelbetrieb mit 35 Zimmern geführt. «Das Hotel Schiff hat uns während vieler Jahre gute Dienste geleistet», so Jann. Eigentlich sei es das Ziel gewesen, auch dort Hotel und Klinik zu verbinden. «Wir haben aber gemerkt, das wird zu teuer», erklärte Jann.
Zu welchem Preis das Schiff auf den Markt kommen wird, dazu konnte Jann noch nichts sagen, da auch noch nicht klar ist, ob die verschiedenen Parzellen einzeln oder zusammen verkauft werden. Das Geld dürfte aber sehr willkommen sein. Die Schützen Immobilien AG musste sich im Zusammenhang mit einem Rechtsstreit mit der Implenia AG verschulden, wie Jann ausführte: «Wir haben eine harte Zeit hinter uns.» Zur Erinnerung: Die Schützen Rheinfelden Immobilien AG hatte die Baufirma als Generalunternehmerin mit der Sanierung des Hotels und der Klinik Schützen beauftragt. Im März 2021 wurde dieser Vertrag vom Schützen aufgelöst. Der Vorwurf: lückenhafte Planung, nicht erbrachte Leistungen und verursachte Mängel. Der Streit, bei dem es um viel Geld geht, beschäftigt die Juristen. Laut der letztjährigen Generalversammlung der Schützen Rheinfelden Immobilien AG erhofft man sich 15 Millionen Franken von Implenia. «Eine Klage ist beim Handelsgericht eingereicht, das Verfahren läuft. Wir haben sehr gute Argumente», betonte Jann. Der geplante Verkauf habe aber nichts mit diesem Rechtsstreit zu tun.
Besorgnis bei der Stadt
Die Schliessung und der Verkauf des Hotels Schiff ist ein weiterer Verlust für die Rheinfelder Altstadt, wo seit vergangenem Sommer schon das Restaurant Feldschlösschen an zentraler Lage leer steht. Das Thema beschäftigt auch den Stadtrat: «Die Stadt bedauert den Entscheid der Schützen-Gruppe, den Betrieb des Hotels Schiff am Rhein einzustellen und die Liegenschaft zu verkaufen, und nimmt ihn mit einer gewissen Besorgnis zur Kenntnis», erklärt Stadtpräsidentin Claudia Rohrer gegenüber der NFZ. Hotel und Gastronomie seien an diesem Standort von zentraler Bedeutung – sowohl für den Tourismus als auch für ein vielfältiges gastronomisches Angebot in der Stadt. «Wir hoffen, dass es gelingt, eine gute Anschlusslösung zu finden, auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.» Vor diesem Hintergrund werden die Verantwortlichen der Stadt in den nächsten Tagen das Gespräch mit der Schützen-Gruppe aufnehmen und Unterstützung bei der Suche nach einer Anschlusslösung anbieten.

