Acht Wochen ohne Lebensmittelgeschäft in Laufenburg
Das Errichten eines Laden-Provisoriums würde mehr Zeit in Anspruch nehmen als die achtwöchige Coop-Sanierung in Laufenburg selbst, heisst es von Seiten Detailhändler. Das beanstandet Daniele Mezzi. Der Laufenburger ...
Acht Wochen ohne Lebensmittelgeschäft in Laufenburg
Das Errichten eines Laden-Provisoriums würde mehr Zeit in Anspruch nehmen als die achtwöchige Coop-Sanierung in Laufenburg selbst, heisst es von Seiten Detailhändler. Das beanstandet Daniele Mezzi. Der Laufenburger ist in der Altersbetreuung tätig.
Susanne Hörth
Der Detailhändler Coop will in absehbarer Zeit seine Filiale im XL-Zentrum sanieren. Der Haken dabei: Während der achtwöchigen Umbauzeit bleibt der Laden und mit ihm das einzige Lebensmittelgeschäft im Ort geschlossen, ein Provisorium wird es nicht geben (die NFZ berichtete). Aufgrund des fehlenden Provisoriums in Frick oder Stein einkaufen zu müssen, wird von einem Laufenburger Ehepaar, beide über 90-jährig, als Zumutung empfunden. Sie hätten kein Auto. So wie diesem Ehepaar gehe es auch vielen anderen älteren Personen in Laufenburg, weiss Daniele Mezzi. Der Laufenburger ist beruflich in der Altersberatung und -betreuung tätig. «Ich wurde von zahlreichen Leuten auf die temporäre Coop-Schliessung beziehungsweise wegen des fehlenden Provisoriums angesprochen.» Das Unverständnis sei gross, bei ihm ebenfalls. Mezzi spricht auch die Alterswohnungen rund um Coop an. Für deren Bewohnerinnen und Bewohner bedeutet der nahe Laden eine wichtige, zur Selbstständigkeit beitragende Infrastruktur. Coop könnte beispielsweise in der Eingangshalle des XL-Zentrums eine befristete Einkaufsmöglichkeit schaffen, meint auch eine Frau, die mit ihrem Kleinkind am späteren Dienstagnachmittag gerade den Laden mit einem gut gefüllten Rucksack verlassen hat. Sie mag gar nicht daran denken, wenn das Lebensmittelgeschäft zwei Monate nicht verfügbar ist.
Dass ein Provisorium aus verschiedenen Gründen nicht möglich sein wird, macht Stadtschreiber Marco Waser deutlich. Coop hatte vor zehn Tagen gegenüber der NFZ erklärt, dass man sich der schwierigen Situation in Laufenburg bewusst sei. Man werde sich deshalb auch noch mit der Stadt in Verbindung setzen. So geschehen am vergangenen Freitag. Ein Provisorium sei für Coop weiterhin kein Thema, erklärt Waser. «Die Errichtung einer temporären Verkaufsstelle wäre vom Aufwand her zu gross.» Das Provisorium zu erstellen, würde länger als der Laden-Umbau selbst dauern, zitiert Waser die Ladenverantwortlichen. Diese Auskunft hat auch Mezzi bekommen. Er bedauert und stellt es gleichzeitig in Frage. Laut Information eines Bausachverständigen sei der Aufbau eines Provisoriums innert kurzer Zeit möglich. Das Nachsehen habe die ältere Generation, für die in Laufenburg zu wenig getan werde, so Mezzi. Er werde während der Coop-Schliessung als einmaligen Dienst Einkaufsmöglichkeiten (061 271 50 50 oder info@me-bu.ch) für betagte Menschen anbieten. «Weil ich nicht möchte, dass diese Menschen durch solche Entscheide vernachlässigt werden.»
Und Coop selbst?
Zum einen will der Detailhändler mit acht Wochen die Umbauzeit rund vier Wochen kürzer halten als üblich. Im Gespräch mit Stadtschreiber Marco Waser hat Coop zudem erklärt, dass Personen, die anhand ihrer Superkarte als regelmässige Kunden im Laufenburger Coop ausgewiesen werden, rechtzeitig informiert und um Verständnis sowie Geduld gebeten werden.