Gemeinsam unterwegs sein, in die Geschichte eintauchen und so die Region neu entdecken: Der vierte und letzte Abendspaziergang, auf welchem die Kulturkommission Böztal der Bevölkerung die Schönheiten der einzelnen Dorfteile näherbringen wollte, führte bei schönstem Wetter nach Elfingen.
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Gemeinsam unterwegs sein, in die Geschichte eintauchen und so die Region neu entdecken: Der vierte und letzte Abendspaziergang, auf welchem die Kulturkommission Böztal der Bevölkerung die Schönheiten der einzelnen Dorfteile näherbringen wollte, führte bei schönstem Wetter nach Elfingen.
Vreni Weber
Urs Frei (Bözen) wanderte mit einer rund fünfzigköpfigen Gruppe durch das Dorf, die Rebberge und den Wald bis zum «Brätliplatz» beim Reservoir, wo die Wandergruppe mit Musik der Hofmattmusig Elfingen und einem Apéro empfangen wurde. Urs Frei begeisterte ein weiteres Mal mit vertiefter Geschichte und humorvollen Anekdoten. Erstmals wurde Eolfingen im Jahr 1245 beim Verkauf von Gütern an das Kloster Wettingen erwähnt. Als Sitz eines Dinghofes des Klosters Murbach im Elsass und Pfarreiort der umliegenden Gemeinden kam Elfingen eine bedeutende Stellung zu. Ab 1460, nach der Eroberung durch Bern, war das Dorf Teil des Berner Aargaus und verlor, nachdem Bern 1514 den Dinghof vollständig übernommen hatte, immer mehr an Bedeutung. 1798 nahmen die Franzosen die Schweiz ein, riefen die Helvetische Republik aus und seit 1803 gehört Elfingen zum Kanton Aargau.
Unterhaltsames Wissen
Beim Gang durch das Dorf verfolgte die Zuhörerschaft interessiert die Geschichten um die Funde, die beim Schopfbau 1978 zum Vorschein kamen oder um das erste Telefon im Dorf. Besonders amüsierte die Geschichte über die Schule mit Auszügen aus Reglementen, in welchen festgehalten wurde, dass der Lehrer während des Unterrichts im Schulzimmer sein muss.
Im ehemaligen Kirchenviertel beim Schloss erinnern Steinplatten und hin und wieder Knochenfunde an die alte Zeit. Im Rebberg «Hinderchile» erzählte Thomas Villiger vom Rebbauverein, nachdem auf einer Infotafel zu lesen war, dass im Jahr 1878 157 300 Liter Wein produziert worden waren, die Geschichte des 1953 gegründeten Vereins und wie heute mit viel Liebe zur Natur, grossem Wissen und Eigenverantwortung von den einzelnen Rebbauern ein Wein produziert wird, der wirklich den Namen «Elfinger» verdient. Der Aufstieg durch die Rebhänge und den Wald war mit Schweisstropfen verbunden. Im kühlen Schatten gab Werner Pfister (Bözen) einen Einblick in die Waldkooperation Bözen, welche seit 2008 privatrechtlich organisiert ist. Sein Fazit: «Waldbesitz ist mit Emotionen und nicht mit materiellem Denken vereinbar!»
Den Abendspaziergang schloss Urs Frei mit Worten des Elfinger Dichters Georg Gisi. Beim Blick über das in der Abendsonne liegende Dorf wurde es für jedermann verständlich, warum das Elfinger Ortsbild von nationaler Bedeutung ist und ins Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz aufgenommen worden ist.
Auf den vier Wanderungen durch die Ortsteile der Gemeinde Böztal wurden neue Kontakte geknüpft und interessante Gespräche geführt.