Bei welchen Gebäuden besteht Handlungsbedarf?
01.09.2026 Herznach-UekenInformationsveranstaltung Liegenschaftsstrategie
Mit klaren Fakten und Zahlen stellte der Gemeinderat Herznach-Ueken der Bevölkerung die Liegenschaftsstrategie vor. Gemeindepräsidentin Doris Frey wies bei der Begrüssung daraufhin, dass es durch die Fusion bei vielen Projekten zu ...
Informationsveranstaltung Liegenschaftsstrategie
Mit klaren Fakten und Zahlen stellte der Gemeinderat Herznach-Ueken der Bevölkerung die Liegenschaftsstrategie vor. Gemeindepräsidentin Doris Frey wies bei der Begrüssung daraufhin, dass es durch die Fusion bei vielen Projekten zu Rückstellungen gekommen sei, dass der Gemeinderat aber aktiv vorwärtsgehen wolle.
Vreni Weber
Mit dem Softwareprogramm Stratus wurde die systematische Bestandesaufnahme und Bewertung aller Gebäude und Infrastrukturen erstellt, sowie die langfristigen Finanz- und Unterhaltsszenarien zur Kostentransparenz und Budgetsicherheit durchgearbeitet. Die herauskristallisierten Kennzahlen dienten der vom Gemeinderat erarbeiteten Liegenschaftsstrategie als Entscheidungsgrundlagen. Vizepräsident Gerhard Zumsteg erläuterte die Zustandserfassung der zahlreichen Gebäude, machte Kostenvergleiche zwischen Sanierungsbedarf und Neubauten. Der Handlungsbedarf der einzelnen Gebäude ist recht unterschiedlich und wird, wie es sich in der anschliessenden Diskussion zeigte, auch unterschiedlich von der Bevölkerung wahrgenommen. So wies Schulleiter Martin Fricker bei den Schulhäusern auf dringlichen Sanierungsbedarf beim Schulhaus 1973 hin. Der vom Büro Quaresima erstellte Variantenvergleich zwischen Sanierung und Neubau des Schulhauses zeigte einen deutlich wirtschaftlichen Vorteil von 5,7 Millionen Franken zugunsten der Sanierungsvariante auf. Die Sanierungsarbeiten sollen als Gesamtprojekt ausgeführt werden, damit danach während mindestens 20 Jahren keine grösseren Investitionen anfallen.
Im Gemeindehaus, 1981 erstellt, wurde es nach der Fusion eng, arbeiten heute doch zwölf statt wie vorher fünf Personen in denselben Räumlichkeiten. Der Gemeinderat macht sich daher seit längerer Zeit Gedanken über einen An-, Um- oder Neubau und beauftragte Patrick Hägi, Ueken, mit einer Machbarkeitsstudie. Aufgrund der geschätzten Kosten und dem Anliegen der Vereine, neben der Bühne in der Turnhalle Ueken – welche Platz für rund 300 Personen bietet – weiterhin eine zweite Möglichkeit für Anlässe zu haben, möchte der Gemeinderat die Variante einer Sanierung und Erweiterung des bestehenden Gemeindesaals um 100 Plätze weiterverfolgen. Damit würde eine flexible Doppelnutzung durch Verwaltung und Vereine ermöglicht.
Der im November 2025 vorgestellte Vorschlag wird mit Anpassungen neu vorgelegt.
Die Turnhalle Herznach erfüllt für den Schulbetrieb ihren Zweck, bietet aber für die turnenden Vereine zu wenig Möglichkeiten. Architekt René Hüsser wurde mit der Projektierung einer Zwei- oder Dreifachturnhalle beauftragt. Der Gemeinderat bevorzugt die Variante Zweifachturnhalle. Bei den weiteren Gebäuden, wie dem Feuerwehrmagazin und Militärunterkunft, dem ehemaligen Gemeindehaus Ueken, der Mehrzweckhalle Ueken, der Liegenschaft der ehemaligen Asylunterkunft und Liegenschaft Meier, sowie der Antonius-Kapelle sind keine wesentlichen Änderungen vorgesehen. Beim Werkhof und Kindergarten ist ein Anbau für eine zentrale Lagerhalle vorgesehen und beim Schulhaus Ueken wird die Schnitzelheizung ersetzt. Bei allen Gebäuden wird der laufende Unterhalt sichergestellt. Beim Bauland und Plätzen eröffnet die Parzelle 406 verschiedene Entwicklungsmöglichkeiten, daher soll das grosse Grundstück als Reserve dienen.
Ausserordentliche Gemeindeversammlung
Marcel Käufeler, Leiter Finanzen, zeigte zu allen Projekten die Kosten und Steuerprozente auf. Aufgrund der soliden Finanzlage können die vorgestellten Projekte vorangetrieben und die Gemeinde weiterentw ickelt werden. Der Gemeinderat ist der Ansicht, dass eine Zweifachturnhalle, die Sanierung des Gemeindehauses inklusive der Umsetzung Gemeindesaal und die Sanierung des Schulhauses 1973 ohne Steuererhöhung realistisch sind. Gemeindepräsidentin Doris Frey bat die Bevölkerung um ihre Rückmeldungen online auf der Homepage oder mittels aufliegendem Fragebogen bis zum 30. September. Die Auswertung und Würdigung der Antworten sollen in die Arbeit des Gemeinderates einfliessen, damit im März 2027 an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung über die Anträge und die entsprechenden Projektierungskredite abgestimmt werden kann.
Während die Alltagsarbeit der Politik kein grosses Aufsehen erregt, wurde in der anschliessenden Diskussion dem Gemeinderat, neben einigen angriffigen Voten, vor allem für die fundierte Arbeit und die Vorwärtsstrategie gedankt.

