Frage: Unser 22-jähriger Sohn Peter studiert in Basel und wohnt in einer WG. Er hat seit längerer Zeit den Kontakt zu uns abgebrochen; er meldet sich nur, wenn er Geld braucht. Er schickt uns jeweils kommentarlos Rechnungen für Miete, Bücher und ...
Frage: Unser 22-jähriger Sohn Peter studiert in Basel und wohnt in einer WG. Er hat seit längerer Zeit den Kontakt zu uns abgebrochen; er meldet sich nur, wenn er Geld braucht. Er schickt uns jeweils kommentarlos Rechnungen für Miete, Bücher und Semestergebühren. Müssen wir zahlen?
Antwort: Nein, nicht in jedem Fall. Eltern schulden ihrem Kind zwar Unterhalt bis zum Abschluss einer angemessenen Erstausbildung – auch über 18 hinaus und ohne starre Altersgrenze. Ein Studium kann dazugehören. Der Volljährigenunterhalt ist aber kein Blankoscheck für ein bequemes Studentenleben. Entscheidend sind drei Punkte: Bedarf des Kindes, Leistungsfähigkeit der Eltern und Zumutbarkeit der Unterhaltsleistungen. Peter muss sein Studium ernsthaft und zielstrebig betreiben und die Kosten vernünftig halten. Eine teure WG in Basel ist nicht zwingend zu finanzieren, wenn Wohnen bei den Eltern möglich und zumutbar wäre. Auch eigene Mittel zählen: Ausbildungszulagen, Stipendien, Darlehen sowie ein zumutbarer Neben- oder Ferienjob. Wichtig ist zudem die persönliche Seite. Bei volljährigen Kindern darf berücksichtigt werden, ob der Unterhalt den Eltern nach den gesamten Umständen zugemutet werden kann. Verweigert ein erwachsenes Kind ohne nachvollziehbaren Grund jeden Kontakt und trifft die Eltern kein Verschulden am Zerwürfnis, kann die Zahlungspflicht ganz oder teilweise entfallen. Wer seine Eltern nur noch als Zahlstelle behandelt, schwächt seinen Anspruch. Mein Rat: Zahlen Sie nicht einfach aufgrund einzelner Rechnungen. Verlangen Sie zuerst Studiennachweise, ein realistisches Budget, Angaben zu Einkommen, Ausbildungszulagen und Stipendien sowie eine Begründung, weshalb Wohnen zu Hause nicht möglich sein soll. Erst danach lässt sich beurteilen, ob und in welchem Umfang ein Beitrag geschuldet, finanziell tragbar und persönlich zumutbar ist.
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