Als der Kabelwagen anno 1915 die Kurve nicht gekriegt hat
06.04.2026 MumpfDer Rhein als Autofalle ist nur eine kuriose Geschichte aus Mumpf: «WikiMumpf» mit neuem Lesestoff: Das Online-Nachschlagwerk hat Zuwachs an Beiträgen erhalten. Diese geben Einblicke in geschichtliches wie auch in neuzeitliches Geschehen.
Am 31. März ist die «Mumpfer Fähri» als digitale Mumpfer Jahreschronik 2025 aufgeschaltet worden. Es sind Beiträge zu den wichtigsten Jahresereignissen zu lesen. So etwa zur Schulhauserweiterung, zur Erneuerung der Hinteren Dorfstrasse, zu den prägenden politischen Begebenheiten im Dorf, zu den Hagelschäden im Juni 2025 und zu einem dreistündigen Monumentalfilm des Mumpfer Filmemachers Theodor Boder. Zudem werden die Zander-Aufzucht in Mumpf vorgestellt sowie eine spezielle Metzgete. Und schliesslich berichtet die «Fähri» von den Feierlichkeiten der aus der Musikgesellschaft Mumpf hervorgegangenen Brass Band Fricktal anlässlich des 150 Jahr-Jubiläums.
Letzte Ruhe mit Rheinblick
Auch unter «Historisches zur Gemeinde Mumpf» und «Publikationen» verzeichnet «WikiMumpf» neue Beiträge. Von der Historikerin Nathalie Hertig stammt der Artikel «Letzte Ruhe mit Rheinblick». Sie beschreibt neue Erkenntnisse zu den spätantiken Gräbern in Mumpf und zeigt in einer Abbildung den ältesten Mumpfer.
Der Rhein ist hin und wieder eine Autofalle, was 1915, 1965 und 2015 zu aufwändigen Bergungen führte. Ganz spektakulär war die Fahrt des ersten Kabelwagens der Post, welcher kurz vor der Bootsbauerei 1915 auf seiner Fahrt von Basel her, das Rheinbord hinunterstürzte. Des Weiteren wird von spannenden Gemeinderatswahlen 1905 und 1941 berichtet, vom Bau der neuen Obermumpferstrasse 1917 und von kuriosen Zeitungsartikeln ab 1839. Dank einer von Emilian Güntert aufbewahrten Zeitungsnotiz können die Einwohnerzahlen von Mumpf anlässlich der Eidgenössischen Volkszählung vom 1. Dezember 1900 eingesehen werden. Auch von der 1955 erbauten und vielbeachteten Arbeitersiedlung auf der Waldwiese des Mumpfer Uhrenfabrikanten Erwin Triebold ist eine längere Abhandlung zu lesen.
«WikiMumpf» ist eine Informationssammlung mit dem Ziel, das örtliche Zeitgeschehen von damals und heute als geschichtliches Erbe der Nachwelt zu erhalten. (mgt)

