Immer mehr Akademiker, immer weniger Berufsleute! Dabei ist unser duales Bildungssystem ein Grundpfeiler des Schweizer Wohlstands. Während das Gewerbe händeringend Fachkräfte sucht, fördern wir immer mehr Hochschulabschlüsse und blähen den Verwaltungsapparat auf. ...
Immer mehr Akademiker, immer weniger Berufsleute! Dabei ist unser duales Bildungssystem ein Grundpfeiler des Schweizer Wohlstands. Während das Gewerbe händeringend Fachkräfte sucht, fördern wir immer mehr Hochschulabschlüsse und blähen den Verwaltungsapparat auf. Selbst in Frankreich, wo Schüler gegen die Regierung protestieren, wird inzwischen eine Bildungsreform gefordert, die der Berufslehre mehr Gewicht gibt als Hochschuldiplomen. Eine Erkenntnis, die auch uns zu denken geben sollte. Besonders paradox: Gerade im Büro-, Verwaltungs- und Dienstleistungsbereich dürfte die künstliche Intelligenz künftig zahlreiche Arbeitsplätze überflüssig machen. Handwerkliches Können hingegen lässt sich weit weniger einfach ersetzen. Wie gering die Wertschätzung unserer Berufsleute ist, zeigten auch die WorldSkills. Die hervorragenden Leistungen unserer jungen Schweizer Berufstalente fanden in den Medien kaum die verdiente Beachtung. Wir brauchen nicht immer mehr Titel und Diplome, sondern Menschen, die etwas können, leisten und anpacken. Höchste Zeit, die Berufslehre wieder auf den Sockel zu stellen, den sie verdient.
MARKUS KUNZ, FRICK