Das Baugesuch die «Pöstli»-Liegenschaft umfasst auch eine Bachöffnung
«Weicht das alte einem neuen ‹Pöstli›?» Mit dieser Frage titelte die NFZ im Juni 2025 einen Artikel über die mögliche Zukunft des Münchwiler ...
Das Baugesuch die «Pöstli»-Liegenschaft umfasst auch eine Bachöffnung
«Weicht das alte einem neuen ‹Pöstli›?» Mit dieser Frage titelte die NFZ im Juni 2025 einen Artikel über die mögliche Zukunft des Münchwiler Restaurants. Eine Zukunft, die mit dem aktuell aufliegenden Baugesuch für Rück- und Neubau nun in greifbare Nähe rückt.
Susanne Hörth
Die Liegenschaft am Bach gehört seit 2016 der Ortsbürgerstiftung. Weil die Gastroküche in die Jahre gekommen ist und den gesetzlichen Vorgaben kaum noch entspricht, und weil auch an der Gesamtliegenschaft ein erheblicher Sanierungs- und Erneuerungsbedarf besteht, leitete die Ortsbürgerstiftung bereits 2024 einen Abklärungs- und Planungsprozess ein. Gemeindeammann und Stiftungsratsmitglied Bruno Tüscher erwähnte im Juni 2025 gegenüber der NFZ unter anderem die jahrzehntealten Sanitäreinrichtungen in den beiden Mietwohnungen. Auch ein Projektwettbewerb gehörte zum Planungsprozess. Der Vorschlag der Staub Architekten AG aus Möhlin überzeugte: Er sieht ein modernes Restaurant im Erdgeschoss sowie vier Wohnungen im Obergeschoss vor (eine 4½-Zimmer- und drei 2½-Zimmer-Wohnungen).
Um die erwarteten Kosten von 4,8 Millionen Franken tragen zu können, beantragte die Ortsbürgerstiftung bei der Ortsbürgergemeinde ein zinsloses Darlehen von 2,8 Millionen Franken. Die Ortsbürgerversammlung stimmte dem Antrag im Juni 2025 zu. Die restlichen 2 Millionen sollen über ein Bankdarlehen finanziert werden.
Bachöffnung
Das nun aufliegende Baugesuch für den Neubau von Restaurant und Mehrfamilienhaus umfasst auch die Umgebungsgestaltung. Im Projektperimeter liegt eine rund 25 bis 30 Meter lange Teilstrecke des Dorfbachs. Ziel ist es, den überwiegend eingedolten Bach in diesem Bereich zu öffnen. Damit wird nicht nur die ökologische Funktionstüchtigkeit wiederhergestellt, sondern gleichzeitig eine gestalterische Aufwertung des Areals erreicht.
In den Gesuchsauf lagen ist festgehalten, dass der Kanton die Öffnung des Gewässers ausdrücklich fordert. Sie bildet die Grundlage für die erteilte Ausnahmebewiligung, die es erlaubt, den geplanten Neubau des Restaurants bis auf drei Meter an den Bach heranzurücken. Ohne diese ökologische Aufwertung würde der reguläre Gewässerabstand von 9,8 Metern gelten. Der bestehende Brunnen hat laut Unterlagen keine funktionale Bedeutung mehr und soll aus Sicht des Kantons vollständig entfernt werden. Der Zugang zum Restaurant soll künftig über eine Brücke erfolgen.
Wie es für «Pöstli»-Wirtin Nora Elshani weitergeht, ist noch offen. Laut früheren Angaben von Bruno Tüscher wurde sie über die Pläne der Ortsbürgerstiftung informiert.
Die reinen Baukosten ohne Umgebung und Land werden mit 3,67 Millionen Franken angegeben. Als frühester möglicher Baustart wird Ende dieses Jahres genannt.