Stadt nimmt Stellung zum Denner-Aus
03.11.2026 WirtschaftDer Denner im Rheinfelder Robersten-Quartier wird voraussichtlich geschlossen. Wie stellt sich die Stadt zum angekündigten und viel diskutierten Aus für den beliebten Quartierladen? Der Stadtschreiber nimmt im Namen des Stadtrats Stellung.
Der Denner im Rheinfelder Robersten-Quartier wird voraussichtlich geschlossen. Wie stellt sich die Stadt zum angekündigten und viel diskutierten Aus für den beliebten Quartierladen? Der Stadtschreiber nimmt im Namen des Stadtrats Stellung. Valentin Zumsteg Das Thema wird in Rheinfelden intensiv diskutiert: Wie die NFZ kürzlich berichtete, wird der Denner im Robersten-Quartier seinen Betrieb aufgeben. Das genaue Datum steht noch nicht fest. «Die Vorgaben der Behörden sowie die Bedürfnisse einzelner Anwohner können nicht länger erfüllt werden», nannte ein Denner-Sprecher als Begründung. Und: «Unter den gegebenen Umständen ist der Betrieb des Quartierladens nicht länger möglich.» «Betreiberin hielt sich nicht an eigene Konzepte» Die Stadt habe in jüngster Zeit keine neuen und verschärften Vorgaben für den Betrieb des Ladens eingeführt. «Das Betriebskonzept (Anlieferungszeiten, Fahrzeuge der Anlieferung, Parkplätze und Öffnungszeiten) basiert auf dem Baugesuch der Betreiberin. Dieses Konzept wurde von der Stadt Rheinfelden als zonenkonform befunden und ist rechtskräftig», so Erdin. Weiter führt er aus: «Leider hielt sich die Betreiberin nicht an die eigenen Konzepte. Parkplätze w urden zweckentfremdet, die Anlieferungsund Öffnungszeiten ausgedehnt und auch die Art der Anlieferung verändert, es wurden grössere Fahrzeuge eingesetzt. All dies ohne entsprechendes Gesuch oder Bewilligung.» Erdin betont: «Die Stadt Rheinfelden muss die Einhaltung der erteilten Bewilligungen durchsetzen, sie kann den nicht bewilligten Zustand nicht einfach gewähren lassen.» An der L’Orsa-Strasse 19 in Rheinfelden gibt es seit vielen Jahrzehnten einen Lebensmittelladen. Früher war es ein kleiner Coop, dann folgte «Pinguin» und seit ein paar Jahren ist es ein Denner Express. «Die Bedingungen haben sich nicht verändert. Ein Quartierladen ist baurechtlich möglich, wenn die Rahmenbedingungen eingehalten werden, unter welchen ein Betrieb in einem Wohnquartier verträglich ist», erläutert Erdin. «Stadt hat keine Stellung bezogen» Quartierläden seien weiterhin möglich, solange sie zonenkonform betrieben werden. «Der eigentliche Zonenzweck, das Wohnen, darf nicht übermässig durch Lärm oder Verkehrsauf kommen beeinträchtigt werden.» Die Stadt habe im bestehenden Konflikt versucht, die baurechtlichen Vorgaben umzusetzen. Erdin: «Sie hat keine Stellung bezogen zu Gunsten oder zu Ungunsten einer Partei. Es müssen sich jedoch alle an die geltenden Regelungen halten.» Damit scheint klar, dass die Diskussion um die Zukunft des Ladens weitergeht.
Da stellt sich die Frage, was die Verantwortlichen der Stadt zur angekündigten Schliessung sagen? Haben sie dem beliebten Laden, der von Privaten auf eigene Rechnung betrieben wird, mit den Vorgaben wirtschaftlich die Luft abgeschnürt? «Die Stadt bedauert die über die Medien angekündigte Aufgabe des Standorts und anerkennt die Bedeutung des Quartierladens für die Bevölkerung. Die Stadt hat stets betont, dass sie einen der Quartierversorgung dienenden Laden unterstützt», erklärt der Rheinfelder Stadtschreiber Roger Erdin gegenüber der NFZ.
Der Denner im Robersten-Quartier habe einerseits mit seinem Discounter-Angebot und seinen Öffnungszeiten weit über das Quartier und über die Stadt hinaus Kundinnen und Kunden angezogen. «Das Franchisenehmer-Konzept von Denner führt andererseits dazu, dass Partnerbetriebe neben dem Basissortiment von Denner selbständig Waren von unzähligen Direktlieferanten beziehen. Statt eines LKWs mit dem gesamten Sortiment werden die Waren von unzähligen Lieferanten mit ihren LKWs direkt angeliefert. Diese beiden Umstände führten zu den hohen Fahrzeugfrequenzen», schildert Erdin die Sicht der Stadt.

