Ratgeber Gesundheit
24.09.2026 RatgeberDr. Monika Mayer Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
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Reihe B-Vitamine: ...
Dr. Monika Mayer Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
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Reihe B-Vitamine: Vitamin B6 oder Pyridoxal-5-phosphat umgangssprachlich Pyridoxin
Dieses Vitamin besteht aus einer Gruppe von sechs wasserlöslichen Verbindungen. Sie werden im Darm aufgenommen und in der Leber zur aktiven Form, eben Pyridoxal- 5-phosphat PLP, umgewandelt. Dazu benötigt der Körper eine gute Zink- und Vitamin-B2-Versorgung.
Auch hier ist die Namensgebung wieder spannend: Wie schon erwähnt, beruht die ganze Vitaminforschung auf der Entdeckung, dass es bestimmte Stoffe braucht, um einen Mangel zu beheben bzw. zu verhindern. Ursprünglich dachte man (bis in die frühen 30er-Jahre des letzten Jahrhunderts), dass es nur ein Vitamin B gebe. Mit zunehmender Forschung stellte sich heraus, dass dieses «Vitamin» aus mehreren unterschiedlichen Substanzen besteht. Daher entstand die Nummerierung: von 1 bis 12 mit Lücken, es gibt nämlich nur: B1, B2, B3, B5, B6, B7, B9, B12 … (Vitamin B5 ist eher bekannt unter dem Namen Pantothensäure, wir besprechen es in einem folgenden Ratgeber). Warum also «B6» und nicht «B4» oder «B7»? Im Laufe der Forschung wurden verschiedene Stoffe zeitweise als Vitamine betrachtet. Einige davon stellten sich später nicht mehr als eigenständige Vitamine heraus. Darum gibt es keine lückenlose Liste, die Nummern sind ein historisches Ergebnis der Entdeckungsgeschichte!
Zurück zum Pyridoxin; PLP ist die häufigste Form von Vitamin B6 in der Blutbahn. Es wirkt als Coenzym bei mehr als 150 metabolischen Prozessen im Körper. Die Vitamin-B6-Speicher im ganzen Körper sind gering (nur ca. 150 mg), damit ist eine regelmässige Zufuhr wichtig!
Wozu braucht man Vitamin B6?
Es wird für zahlreiche Vorgänge im Körper benötigt – unter anderem für den Eiweissstoffwechsel, die Bildung bestimmter Botenstoffe (Neurotransmitter), die Blutbildung und die Funktion des Nervensystems und Immunsystems. Einfach gesagt: Vitamin B6 hilft dem Körper dabei, Nährstoffe zu verarbeiten und wichtige Stoffwechselvorgänge am Laufen zu halten.
Eiweissstoffwechsel: Aminosäuren, Proteine, Kollagen: Fast alle Aminosäuren benötigen ein Enzym in ihrem Stoffwechsel, das von PLP abhängig ist. Fettstoffwechsel: PLP ist wichtig für die Bildung von Fetten, die den Schutz unseres Nierenmarks bilden. Blutzuckerspiegel: Es unterstützt die Enzyme, die für die Regulation der Protein- und Kohlenhydrate-Speicher zuständig sind.
Blutbildung, Gefässe und Blutkreislauf: Unser roter Blutfarbstoff (Hämoglobin) und der Sauerstofftransport durch die roten Blut-
körperchen (Erythrozyten) benötigen PLP als Cofaktor. Es hilft bei der Regulation der Blutgerinnung und schützt die Innenseite der kleinsten Gefässe.
Entzündungen und Immunsystem: Es reguliert die unspezifische Abwehr und unterstützt die Produktion der spezifischen Antikörper.
Wo steckt es drin?
Vitamin B6 kommt in vielen normalen Lebensmitteln vor: Gute Quellen sind beispielsweise Geflügel, Fisch, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse und Samen, Bananen und andere Früchte, Fleisch und verschiedene Gemüsearten.
Wer sich abwechslungsreich ernährt, kann seinen Vitamin-B6-Bedarf normalerweise problemlos über die Ernährung decken. Beispielsweise enthalten eine tägliche Portion von Haferflocken, Bananen, Kartoffeln, Gemüse und eine Portion Fisch oder Hülsenfrüchte genügend Vitamin B6. Ein Mangel ist daher eher bei älteren Menschen oder bei einer einseitig hohen Proteinzufuhr, chronischen Erkrankungen mit der Einnahme von Medikamenten, Rauchern, bei hohem Alkoholkonsum, in Situationen mit hohem Bedarf wie bei Schwangeren, Stillenden oder bei Jugendlichen während eines Wachstumsschubes zu befürchten.
Die täglichen Zufuhrempfehlungen bewegen sich zwischen 1.3 bis 2 mg.
Gut zu wissen:
Es kann zu einer Überdosierung kommen, da wasserlöslich nicht gleich ungefährlich ist: Ein zu kleiner Abfluss produziert bei einer zu grossen Zufuhr eine Überschwemmung. Man nimmt an, dass B6 länger im Körper verweilt als andere B-Vitamine. Bei Dosen über 300 mg/Tag über einen langen Zeitraum können neurologische Störungen auftreten. Leider sind diese deckungsgleich mit den Zeichen eines Mangels: Es werden Gefühllosigkeit in Fingern und Zehen beobachtet. Studien zeigen bei durchschnittlichen Einnahme-Mengen von 200 mg/Tag während fünf Jahren keine Hinweise auf Nervenstörungen!
Achten Sie daher bei Kombinationspräparaten auf die angegebenen Mengen von «Pyridoxin», dass Sie nicht versehentlich zu viel schlucken. Wenn Ihr Arzt Ihnen ein Vitamin-B6-Präparat verschreibt, nehmen Sie nur nach Absprache mit dem Arzt oder Apotheker ein weiteres «Kombipräparat» ein.
Bleiben Sie gesund!
Ihr Team der Vinzenz Apotheke
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