Ratgeber Gesundheit
13.08.2026 RatgeberReihe B-Vitamine: Vitamin B3 oder Niacin
Dieser Name ist ein Kunstwort und setzt sich aus den Bestandteilen Nicotinsäure und Vitamin zusammen. Es hat aber (weder chemisch noch biologisch) nichts mit Nikotin zu tun!
Historisch: Nicotinsäure wurde bereits ...
Reihe B-Vitamine: Vitamin B3 oder Niacin
Dieser Name ist ein Kunstwort und setzt sich aus den Bestandteilen Nicotinsäure und Vitamin zusammen. Es hat aber (weder chemisch noch biologisch) nichts mit Nikotin zu tun!
Historisch: Nicotinsäure wurde bereits 1873 chemisch beschrieben. Aber erst über 60 Jahre später, 1937, wurde ihre Bedeutung als Vitamin erkannt: Der Biochemiker Conrad A. Elvehjem konnte zeigen, dass Nicotinsäure Pellagra verhindern kann. (Pellagra: ist eine in Europa sehr seltene Mangel-Erkrankung. Typisch sind Hautveränderungen, Durchfall sowie neurologische und psychische Beschwerden.) Die Erforschung der Pellagra war entscheidend dafür, dass man schliesslich den Zusammenhang zwischen der Erkrankung und Niacin erkannte.
Wozu braucht der Körper Vitamin B3?
Das wasserlösliche Vitamin umfasst insbesondere die Vitamin-Formen Nicotinsäure und Nicotin- oder Niacin-Amid. Beim Kochvorgang gehen die Formen bis zu einem gewissen Grad in die Kochflüssigkeit über, darum sollte das «Wasser», wenn möglich, weiter verarbeitet werden, z.B. als Suppe etc. Die Vitaminformen sind an zahlreichen Stoffwechselprozessen (Energie-, Eiweiss-Glykogen- und Fettsäurestoffwechsel) beteiligt und tragen somit zu einem normalen Energiestoffwechsel, einer normalen Funktion des Nervensystems und der psychischen Funktion sowie zur Erhaltung einer normalen Haut und normaler Schleimhäute bei.
Wo steckt es drin:
Niacin kommt in vielen Lebensmitteln vor. Zu den guten Quellen gehören:
• Fleisch, Fisch, Geflügel und Eier
• Vollkornprodukte
• Hülsenfrüchte
• Nüsse und Samen
• Getreideprodukte Der menschliche Körper kann Niacin zudem aus der Aminosäure Tryptophan bilden. Der Bedarf wird als Niacin-Äquivalente (NE) angegeben. Der individuelle Bedarf hängt unter anderem von Alter, Geschlecht und Energiezufuhr ab, wie immer gelten für Schwangere und Stillende höhere Werte (für Frauen 13 mg NE/Tag und für Männer 16 mg Wie üblich gelten diese Referenzwerte der Beurteilung der Nährstoffversorgung gesunder Bevölkerungsgruppen und sind nicht mit einer individuellen Therapieempfehlung gleichzusetzen.
Wann kann es knapp werden?
In Europa ist bei einer ausgewogenen Ernährung ein echter Mangel wirklich selten. Eine Supplementierung mit Vitamin B3 kann nur dann sinnvoll sein, wenn eine unzureichende Versorgung oder ein erhöhter Bedarf besteht. Bei Verdacht auf einen ausgeprägten Mangel sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden. Die über Lebensmittel aufgenommene Menge gilt bei gesunden Menschen als unproblematisch. Eine hoch dosierte Einnahme zur Selbstmedikation ist im Allgemeinen daher nicht zu empfehlen. Die Anzeichen einer Überdosierung sind unspezifisch: Typischerweise werden folgende Beobachtungen bei einem Nicotinsäure-Überschuss beschrieben: Hautrötung («Niacin-Flush»), Wärmegefühl und Brennen der Haut, Kribbeln oder Juckreiz, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden. Bei längerfristiger Einnahme wirklich hoher Dosen können u.a. die Leber und der Stoffwechsel geschädigt werden.
Gut zu Wissen:
Hoch dosierte Nicotinsäure kann als Arzneimittel zur Behandlung von Fettstoffwechselstörungen eingesetzt werden. Diese Anwendung unterscheidet sich deutlich von der üblichen Vitaminversorgung und wird ärztlich überwacht. Dabei kann eine sogenannte Flush-Reaktion ausgelöst werden, die sich in den bereits genannten Nebenwirkungen äussert. Die Beschwerden beginnen meist innerhalb der ersten Stunde nach der Einnahme und klingen gewöhnlich innerhalb weniger Stunden wieder ab. Bei regelmässiger Einnahme lässt die Intensität des Flushs häufig nach.
Wichtig: Ein Flush sollte nicht einfach mit einer beliebigen Schmerztablette «behandelt» werden. Bei einer verordneten Niacintherapie sollte die Einnahmeweise bei starken oder anhaltenden Beschwerden mit dem verordnenden Arzt und / oder der Apotheke besprochen werden.
Bleiben Sie gesund!
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