Was ist eigentlich ein Lipödem?
Dr. med. Henning Knors Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie
Das Lipödem ist eine chronische Fettverteilungsstörung, die vor allem Frauen betrifft. Typische Beschwerden sind ...
Was ist eigentlich ein Lipödem?
Dr. med. Henning Knors Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie
Das Lipödem ist eine chronische Fettverteilungsstörung, die vor allem Frauen betrifft. Typische Beschwerden sind Schmerzen, Druckempfindlichkeit, Schwellungen sowie schwere und müde Beine oder Arme. Die Erkrankung tritt häufig nach hormonellen Veränderungen wie Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahren auf und kann die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen. Charakteristisch sind ein Missverhältnis zwischen Ober- und Unterkörper, Berührungsschmerzen und eine erhöhte Neigung zu Blutergüssen. Unbehandelt kann das Lipödem fortschreiten und zusätzliche Beschwerden verursachen.
Das Lipödem wird in drei Stadien eingeteilt. Im Stadium I ist das Unterhautfettgewebe verdickt, die Hautoberfläche jedoch noch glatt. Im Stadium II wird die Haut uneben und die knotigen Veränderungen sind deutlich tastbar. Stadium III ist durch ausgeprägte Fett- und Hautüberschüsse sowie grössere Gewebeveränderungen gekennzeichnet.
Für die Diagnosestellung ist die Abgrenzung zu Erkrankungen wie Adipositas oder Lymphödem wichtig. In der Klinik für Plastische Chirurgie des GZF werden Patientinnen in einer spezialisierten Lipödem-Sprechstunde von der Diagnosestellung über die Therapieplanung bis zur Nachsorge individuell begleitet.
Die Behandlung beginnt meist mit konservativen Massnahmen wie Kompression, manueller Lymphdrainage, Bewegung und bei Bedarf Gewichtsreduktion. Diese können die Beschwerden lindern, beseitigen jedoch nicht die Ursache der Erkrankung. Reichen konservative Massnahmen nicht aus, kann eine Fettabsaugung sinnvoll sein. Dabei wird das erkrankte Fettgewebe entfernt. Da es sich um eine medizinische und nicht rein ästhetische Behandlung handelt, sollte diese ausschliesslich in spezialisierten Zentren durchgeführt werden. Voraussetzung für eine Operation ist die vorgängige Kostengutsprache der Krankenkasse. Unabhängig davon sind Selbstzahler-Eingriffe jederzeit möglich. In der Lipödem-Sprechstunde des GZF werden Patientinnen umfassend beraten und durch den gesamten Behandlungsprozess begleitet.
Der Autor ist Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, am Spital Rheinfelden des Gesundheitszentrums Fricktal.
Der «Spitalratgeber», in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitszentrum Fricktal, erscheint einmal im Monat.