LESERBRIEFE
31.07.2026 LeserbriefeUnnötiger Aufwand für die Gemeinden: Das späte Handeln des Kantons beim Feuerwerksverbot
Als Vizeammann der Gemeinde Böztal und aktiver Feuerwehrmann in der Feuerwehr Oberes Fricktal blicke ich mit grossem Unverständnis auf die ...
Unnötiger Aufwand für die Gemeinden: Das späte Handeln des Kantons beim Feuerwerksverbot
Als Vizeammann der Gemeinde Böztal und aktiver Feuerwehrmann in der Feuerwehr Oberes Fricktal blicke ich mit grossem Unverständnis auf die vergangenen Tage zurück. Die schleppende Haltung der kantonalen Behörden beim Thema Feuer- und Feuerwerksverbot hat in den Gemeinden zu einer völlig unnötigen Belastung geführt. Weil der Kanton bei anhaltender Trockenheit zögerte und die Verantwortung weit von sich schob, mussten die Gemeinden selbst aktiv werden. Der Aufwand, der dadurch vor Ort entstand – von kurzfristigen Abklärungen über Gemeinderatsbeschlüsse bis hin zur eigenen Bevölkerungsinformation – war immens. Dieser administrative Leerlauf hätte komplett verhindert werden können, wenn die kantonale Führung von Anfang an ihre Verantwortung wahrgenommen und eine klare, einheitliche Regelung erlassen hätte. Stattdessen blieb die Arbeit an den Kommunen hängen. Für uns bei der Feuerwehr bedeutete dieses Zögern, in erhöhter Bereitschaft zu stehen und ein unnötiges Risiko mitzutragen, das durch ein rechtzeitiges Verbot von oben von vornherein hätte entschärft werden können. Dass es glücklicherweise zu keinen Bränden kam, ist dem verantwortungsvollen Handeln vieler Bürgerinnen und Bürger zu verdanken – nicht der kantonalen Planung. Von einer übergeordneten Führung erwarten wir vorausschauendes Handeln, Vertrauen in die Lagebeurteilung der Regionen und den Mut zu rechtzeitigen Entscheiden – statt das Problem auf dem Buckel der Gemeinden und der Einsatzkräfte auszusitzen.
MICHAEL FRAUCHIGER, VIZEAM-MANN BÖZTAL, FEUERWEHRMANN FEUERWEHR OBERES FRICKTAL
Von der Freiheit zur Bürokratie und zurück
Sehr geehrte Leserinnen und Leser
Am 1. August feiern wir den Mut unserer Vorfahren, die sich gegen die fremden Herrscher auflehnten und selbst über ihre Dörfer, Steuern und ihr Leben bestimmen wollten. Aus diesem Freiheitswillen entstand die Schweiz, wie wir sie heute kennen, föderalistisch, bürgernah und wirtschaftlich erfolgreich.
Doch während sich unsere Vorfahren von den Habsburgern befreiten, drohen wir uns heute selbst zu fesseln. Nicht durch fremde Herrscher, sondern durch eine stetig wachsende Bürokratie. Immer neue Vorschriften und Bewilligungsverfahren kosten Zeit und Energie, die besser in neue Innovationen fliessen sollten. Das widerspricht dem Grundgedanken der Schweiz. Sie wurde nicht erfolgreich, weil der Staat alles regelt, sondern weil er den Bürgern vertraut. Freiwilligkeit statt Zwang, Eigenverantwortung statt Bevormundung, das war und ist unser Erfolgsrezept.
Der 1. August soll uns deshalb nicht nur an die Vergangenheit erinnern, sondern auch zum Handeln aufrufen. Es liegt an uns, den Freiheitsgedanken von 1291 auch gegen den wuchernden Regulierungsstaat von heute zu verteidigen. Feiern wir also nicht nur, was unsere Vorfahren erreicht haben, sondern erneuern wir auch unseren Mut, für Freiheit, Eigenverantwortung und Föderalismus einzustehen!
Ich wünsche Ihnen einen schönen 1.August.
TIMO STETTLER, SAFENWIL, VORSTAND JF AARGAU & ZOFINGEN
