Regional heizen, nachhaltig brauen
25.06.2026 WirtschaftDie Wärmeverbund Rheinfelden AG und Feldschlösschen haben die neue Holzschnitzelfeuerung zur Dampfproduktion in Betrieb genommen – ein wichtiger Schritt für die Dekarbonisierung der Brauerei und der Stadt Rheinfelden.
Die neue holzschnitzelbefeuerte Dampferzeugungsanlage der Wärmeverbund Rheinfelden AG (WVR) auf dem Areal von Feldschlösschen in Rheinfelden ist in Betrieb genommen worden. Nach rund einem Jahr Bauzeit liefert die Anlage seit diesem Frühjahr Energie für die Brauerei Feldschlösschen und indirekt dem Wärmeverbund Rheinfelden Mitte. Mit dem Projekt setzen Feldschlösschen und die Wärmeverbund Rheinfelden AG (W VR) einen Meilenstein ihrer Dekarbonisierungsstrategie um und reduzieren damit den Einsatz fossiler Energieträger deutlich.
Die Anlage produziert Dampf aus regionalen Waldholzschnitzeln vom Forstbetrieb Rheinfelden und trägt dazu bei, die Wärmeversorgung nachhaltiger und unabhängiger von fossilen Energieträgern zu gestalten. Auf Jahresbasis deckt sie rund einen Drittel des Wärmebedarfs von Feldschlösschen und unterstützt gleichzeitig den Wärmeverbund Rheinfelden Mitte bei der Abdeckung der Spitzenlast. «Mit der neuen Anlage kommen wir unserem Ziel einer weitgehend fossilfreien Wärmeversorgung einen grossen Schritt näher», sagt Thomas Janssen, Leiter Nachhaltigkeit bei Feldschlösschen.
Erfolgreiche Zusammenarbeit
Das Projekt ist ein Beispiel dafür, wie öffentliche Hand, Energieversorger und produzierende Industrie gemeinsam nachhaltige Lösungen entwickeln können. Die Wärmeverbund Rheinfelden AG und Feldschlösschen haben für die Anlage einen langfristigen Contracting-Vertrag über 25 Jahre abgeschlossen. Während die AEW im Auftrag der WVR den Betrieb, die Wartung sowie die Beschaffung der Holzhackschnitzel verantwortet, sorgt Feldschlösschen für die optimale Einbindung der Anlage in das bestehende Energiesystem der Brauerei. «Mit diesem Projekt zeigt die Wärmeverbund Rheinfelden AG, wie die Dekarbonisierung von Prozesswärme konkret und regional verankert umgesetzt werden kann. Als AEW bringen wir unsere Erfahrung in der Entwicklung und im Betrieb von Energieanlagen ein und schaffen gemeinsam mit der Stadt Rheinfelden und Feldschlösschen eine nachhaltige Lösung, die erneuerbare Ressourcen sinnvoll nutzt, die Versorgungssicherheit stärkt und die regionale Wertschöpfung fördert», sagt Marc Ritter, CEO der AEW und Präsident des Verwaltungsrats der WVR. Die Holzversorgung erfolgt über den Forstbetrieb Rheinfelden in Zusammenarbeit mit den Forstbetrieben der Region. Das eingesetzte Holz stammt aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern der Umgebung. Mit einer installierten Leistung von 2,3 Megawatt verfügt die Anlage über eine Leistung, die dem Wärmeleistungsbedarf von rund 400 Einfamilienhäusern entspricht. Pro Jahr werden voraussichtlich 10 bis 12 Gigawattstunden Energie erzeugt. Durch den Ersatz fossiler Brennstoffe können bei Feldschlösschen künftig rund 3500 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Die neue Anlage ergänzt die bereits bestehenden erneuerbaren Energiequellen der Brauerei, darunter Biogas aus der Abwasserbehandlung sowie Alkohol aus der Produktion alkoholfreier Biere, der energetisch genutzt wird.
Integration in historisches Umfeld
Besondere Herausforderungen stellten die Integration der Anlage in die bestehende historische Bausubstanz sowie die engen Platzverhältnisse auf dem Schlossareal dar. So wurde auch der neue, 32 Meter hohe Kamin in enger Abstimmung mit der Denkmalpf lege gestaltet, damit er sich harmonisch in das Erscheinungsbild des Feldschlösschen-Areals einfügt. Für die Realisierung der Anlage wurden insgesamt rund 6,4 Millionen Franken investiert. (mgt/nfz)
Die Bevölkerung erhält am 23. September 2026 die Gelegenheit, die neue Anlage im Rahmen eines Tags der offenen Tür zu besichtigen.

