Heimat auf 80 Seiten
28.03.2023 WittnauWas ist los in Wittnau?
Junge verlassen den Ort ungern, Fremde ziehen zu…
Und wer doch geht, kehrt oft nach kurzer Zeit schon wieder heim. Höchste Zeit, dass sich das Redaktionsteam der Dorfchronik auf die Suche nach den Gründen gemacht hat. So viel sei verraten: Es hat alles in ...
Was ist los in Wittnau?
Junge verlassen den Ort ungern, Fremde ziehen zu…
Und wer doch geht, kehrt oft nach kurzer Zeit schon wieder heim. Höchste Zeit, dass sich das Redaktionsteam der Dorfchronik auf die Suche nach den Gründen gemacht hat. So viel sei verraten: Es hat alles in irgendeiner Form mit Heimat zu tun.
Simone Rufli
Was hält Menschen in Wittnau fest? Was zieht Zuzüger an? Was macht Wittnau zu einem Ort, wo sich Menschen einfach wohlfühlen? Fragen, welche das Redaktionsteam der Dorfchronik nicht mehr losliessen und so bat es kurzerhand an den Tisch; Menschen, die nie aus Wittnau weggingen, Rückkehrer und Zugezogene. Für die einen, so kann man nun im eben erschienenen «Adlerauge 2022» lesen, erfolgte die Integration über den Kindergarten. Für andere erst viel später über die Arbeit. Manche führte die Liebe ins Dorf, bevor ihnen ein Verein oder eins der vielen Feste den Weg in die Gemeinschaft ebnete. Andere leben in der Ferne und fühlen sich auf wundersame Weise doch fest mit Wittnau verbunden. Magie oder einfach Ausdruck von Heimat?
Heimatgefühle in Verbindung mit der Natur finden sich in den Berichten von Wittnauerinnen und Wittnauern, die ihre Lieblingsbäume vorstellen. Aporops Bäume: eine spezielle Art, Kirschen zu ernten, wird auch beschrieben, ebenso der Flug der Wittnauer Brieftauben anlässlich des Firmgottesdienstes. Nicht erfreulich, aber eindrücklich – Bilder, die die Trockenheit des letzten Sommers in Erinnerung rufen. Nur noch Erinnerung ist der markante Bau der Ziegelhütte am Dorfeingang. Er musste im Herbst 2022 einer neuen Überbauung weichen. Die Geschichte der Ziegelhütte aber bleibt, ihr ist ein Kapital gewidmet.
80 Seiten Heimat
Zu erinnern gibt es wie in jeder Chronik auch viel aus dem bunten Wittnauer Kirchen-, Schul- und Vereinsleben. Turnen, schwingen mit den Schmid-Buebe, singen, schiessen, musizieren – und nicht zu vergessen die Karli-GV an einem bis heute geheimen Ort im Wittnauer Wald. 80 Seiten vielfältig und farbenfroh, verbunden durch das gemeinsame Thema Heimat. Wie gut passte da Anja Mettler ins Bild: Gekleidet in die originale Fricktaler Sonntagstracht, begeisterte die 14-jährige Frickerin am Donnerstagabend im Mehrzweckgebäude die Gäste der Vernissage mit heimatlichen Klängen – gespielt auf dem Hackbrett; ein Instrument, das auch Heimatlose einst zu schätzen wussten, liess es sich doch gut mitführen. Da heimatloses Umherziehen mit oder ohne Hackbrett der Obrigkeit im 19. Jahrhundert aber ein Dorn im Auge war, griff sie zum Mittel der zwangsweisen Einbürgerung. Was Gastgeberin und Redaktionsleiterin Daniela Stäuble zur Frage veranlasste: «Gab man den Heimatlosen damit eine Heimat oder nahm man sie ihnen?» Antworten finden sich im Beitrag über Joseph Anton Ostertag – Wittnauer Bürger wider Willen. Restlos zufrieden Wittnauer zu sein, ist dagegen Fritz Businger. Ihm ist ebenfalls ein Beitrag gewidmet.
Leitung: Daniela Stäuble
Nach 17 Jahren Mitarbeit und Texten auf über 130 Chronik-Seiten hat Martha Liechti das Redaktionsteam Ende 2021 verlassen. Einen Wechsel gab es auch an der Spitze: Peter Liechti übergab die Redaktionsleitung an Daniela Stäuble. Auch optisch hat sich etwas getan: Das «Adlerauge 2022» wartet mit einem neuen Logo auf und Alex Uehlinger hat mit einem wunderschönen Panoramafoto den Einband gestaltet.
«Adlerauge» Dorfchronik Wittnau, 35. Jahrgang; Herausgegeben von der Arbeitsgruppe «Adlerauge».
Redaktionsleitung: Daniela Stäuble; Auflage: 750 Exemplare; Verkaufsstellen: Volg-Laden, Landgasthof Krone.


