Ein Seniorennachmittag voller Eindrücke
Pia Tschupp aus Densbüren las auf Einladung der reformierten Kirche Böztal aus ihrem Buch «Eine Geige für Palästina».
Vreni Weber
Sich begegnen, ist das zentrale Thema der Seniorennachmittage der ...
Ein Seniorennachmittag voller Eindrücke
Pia Tschupp aus Densbüren las auf Einladung der reformierten Kirche Böztal aus ihrem Buch «Eine Geige für Palästina».
Vreni Weber
Sich begegnen, ist das zentrale Thema der Seniorennachmittage der reformierten Kirche Böztal. Von November bis März, immer am dritten Donnerstag im Monat, treffen sich Frauen und Männer zum gemeinsamen Singen, spielen, mitfiebern beim Lotto-Match, oder einfach zum Sein und Geniessen von Kaffee und Kuchen. Die Nachmittage, organisiert und vorbereitet von einer Gruppe aus freiwilligen Mitarbeiterinnen, werden von der älteren Generation als Lichtblicke in der dunklen Jahreszeit gerne besucht.
Letzte Woche las Pia Tschupp aus Densbüren aus ihrem Buch «Eine Geige für Palästina» und erzählte von ihrem Einsatz als Menschenrechtsbeobachterin im Westjordanland. Als Menschenrechtsbeobachterin zu arbeiten, heisst vor Ort sein, beobachten, Zeuge sein und dokumentieren und informieren. Die Beobachterinnen treten als Schutzbegleitung der Bauern bei Feldarbeiten oder als Schutzbegleitung von Hirten bei ihren Schafherden auf. Sie zeigen Präsenz an den Kontrollposten und übernehmen die Schulwegbetreuung. Auch nehmen sie Kontakt auf und besuchen Familien, die verletzte, inhaftierte oder getötete Angehörige zu beklagen haben. Die EAPPI (Ecumencial Accompaniment Programme in Palestine and Israel) gibt es seit 2001. Rund 20 Länder beteiligen sich an dem Programm und entsenden ihre Leute an die sieben Einsatzorte in Palästina. Ein persönlicher Einsatz dauert jeweils drei Monate und wird neben Eigenleistungen der Beobachterinnen vom PWS und HEKS mitfinanziert.
Wunderbare Menschen und Gastfreundschaft
Auch wenn Pia Tschupp in ihren Erzählungen nur die Seite der Palästinenserinnen beleuchtete und ein recht düsteres Bild voller Unterdrückung und Demütigungen malte, war allen bewusst, dass es in dieser endlosen Auseinandersetzung auch eine andere Seite gibt. Die Ausführungen und vor allem das Bewusstsein, dass in der heutigen Zeit durch ein Land eine Mauer, in einem beinah unvorstellbaren Ausmass gebaut wird, machte die Zuhörenden sprachlos. Das Leben auf der Seite der Mauer, wo schwer bewaffnete Soldaten und grosses Leid zum Alltagsbild gehören, galt es als Beobachterin auszuhalten. Trotz allen Widerwärtigkeiten lernte Pia Tschupp viele wunderbare Menschen kennen. Sie fühlte sich in ihrer Gesellschaft wohl und von derer selbstlosen Gastfreundschaft getragen.
«Eine Geige für Palästina», als Menschenrechtsbeobachterin im Westjordanland, Autorin: Pia Tschupp, ISBN 978-3-033-07742-3, Verkauf: Buchhandlung Letra Frick oder direkt bei Pia Tschupp, 062 878 16 04, pia.tschupp@bluewin.ch