«Ein Ort zum Sein»

  22.12.2021 Mettau

Auf dem Friedhof in Mettau wird das Gemeinschaftsgrab erweitert. Mit Bäumen und Sitzbänken soll ein Ort geschaffen werden, der die Besucher zum Innehalten und «Sein» einlädt.

Bernadette Zaniolo

Der Friedhof ist mehr als die letzte Ruhestätte für Verstorbene. Er ist ein Ort, an dem Trauernde einen geschützten Rahmen für Gefühle finden. Die Beisetzungsformen haben sich in den letzten Jahren den Lebensumständen der Menschen angepasst. Für Elisabeth Keller, Ressort-Gemeinderätin und Pfarrei-Sekretärin ist klar: «Der Tod gehört zum Leben». Für sie ist der Friedhof «ein Ort zum Sein», dies für Lebende wie Verstorbene. Bei der Planung und Gestaltung hat von der Firma «Florian Gartenbau» Thomas Leu, und Doris Solenthaler, die Steinbildhauermeisterin, sie hat schon das bestehende Gemeinschaftsgrab designt und geplant, mitgewirkt.

Die Arbeiten werden in zwei Ausführungs-Abschnitte eingeteilt. In der ersten Phase erfolgt die Erweiterung des Gemeinschaftsgrabes; in der zweiten Phase wird eine Sitzgelegenheit beim Gemeinschaftsgrab geschaffen, mit Bäumen und Bänken zum Sein. Letzte Woche haben drei Mitarbeiter des Werkdienstes der Gemeinde Mettauertal mit den Arbeiten der ersten Phase begonnen. Die Rabatte musste versetzt werden, inklusive der Sträucher. Die Eisenumrandungen wurden gesetzt. Die Rasenflächen werden bearbeitet und die Bäume gesetzt. In der zweiten Phase wird der Platz bereitgestellt, es soll in einer U-Form ein Ort mit Bäumen und Sitzbänken entstehen, von wo aus man einen guten Blick auf das Gemeinschaftsgrab hat.

Erste Urnenbeisetzung im Gemeinschaftsgrab
Am 24. April 2004 erfolgte die erste Urnenbeisetzung im Gemeinschaftsgrab des Friedhofes in Mettau. Dieses Grabfeld ist für 144 Personen ausgerichtet. Aktuell sind 86 Plätze belegt. Elisabeth Keller zeigt bei der Begehung den Wandel bei der Bestattungskultur. Auf dem «Schild», das für Erdbestattungen reserviert ist, sind zwischen 2003 und 2021 nur wenige Grabsteine sichtbares Zeugnis der Veränderung.

Elisabeth Keller ist froh, dass die Steinbildhauermeisterin Doris Solenthaler-Hauenstein zusagte, auch das Design für die Erweiterung vom Gemeinschaftsgrab zu übernehmen. Dieses ist als «Verlängerung» des bestehenden zu sehen und wird in östlicher Richtung entstehen. Auch dieses wird den Grundriss eines Kreuzes haben. «Dieses christliche Symbol stellt gleichzeitig den Grundriss einer Kirche dar. In deren Mitte oder Vierung wird bei jeder Bestattung eine weitere Schriftplatte angelegt. Das Bekenntnis zur Gemeinschaft, auch im Tod, kommt hier deutlich zum Ausdruck», hält Solenthaler ihre Überlegungen fest. Sowohl Solenthaler als auch Elisabeth Keller machen klar, dass auf dem Urnengemeinschaftsgrab keine «persönlichen Gestaltungselemente» wie etwa Blumen, Engel, Fotos usw. erlaubt seien, denn diese Grabform stelle die Gemeinschaft in den Mittelpunkt. Für Blumenschmuck steht an der Friedhofsmauer ein speziell dafür geschaffener Platz zur Verfügung.


Im Schnitt 12 Bestattungen pro Jahr

Ein Blick ins «Totenbuch» der katholischen Kirchgemeinde zeigt, dass in den letzten sieben Jahren pro Jahr zirka zwölf Personen auf dem Friedhof in Mettau ihre letzte Ruhestätte fanden.
2014 bis 2015: 13; 2015 bis 2016: 17; 2016 bis 2017: 15; 2017 bis 2018: 8; 2018 bis 2019: 11; 2019 bis 2020: 16; 2020 bis 2021: 9. (Die Zahlen werden jeweils von November bis November erhoben und beziehen sich auf die katholische Kirchgemeinde). (bz)


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