Zurück im trauten Heim

Fr, 08. Okt. 2021
Wieder zuhause: «Ich hatte die Hoffnung eigentlich schon aufgegeben, dass ich Lia nochmals sehe», sagt Christiane Knechtel. Foto: vzu

Vermisste Katze nach 13 Wochen zurück

Zwei Tiere werden noch vermisst

Im Juni sind auf der Sennweid in Olsberg nacheinander drei Katzen verschwunden. Eine ist mittlerweile zurück. Von den anderen fehlt aber immer noch jede Spur.

Valentin Zumsteg

Entspannt liegt Lia auf dem Katzenbaum, streckt sich und blinzelt aus dem Fenster. Die getigerte Katzendame, die am 24. Juni von ihrem Zuhause auf der Sennweid in Olsberg spurlos verschwand (die NFZ berichtete), ist seit dem 22. September wieder daheim. Ihre Besitzerin Christiane Knechtel streichelt ihr liebevoll übers Fell: «Ich hatte die Hoffnung eigentlich schon aufgegeben, dass ich Lia nochmals sehe. Trotzdem hatte ich immer das Gefühl, sie könnte noch leben», sagt die 66-jährige Verhaltensbiologin.

Bei der Sissacher Fluh gesehen
Insgesamt rund 13 Wochen war die Katze verschwunden. Was sie in dieser Zeit erlebte, lässt sich nur bruchstückhaft rekonstruieren. Christiane Knechtel hatte nach dem Verschwinden sofort die Suche aufgenommen und bei der Schweizerischen Tiermeldezentrale (STMZ) eine Vermisstmeldung aufgegeben. Darauf hin gingen zwar immer mal wieder Hinweise aus der Bevölkerung ein, doch lange gab es keine heisse Spur. Bis zum 10. September: Da meldete sich eine Autofahrerin, welche die Katze auf dem Parkplatz unterhalb der Sissacher Fluh gesehen hatte.

Christiane Knechtel konzentrierte von da an ihre Suche auf dieses Gebiet, sprach mit unzähligen Leuten und hängte Flyer auf. «Die Suche blieb erfolglos. Meine anfängliche Euphorie über Lias plötzliches Auftauchen in gesundem Zustand wich allmählich einer schleichenden Angst, sie könnte vom Parkplatz mitgenommen worden sein.»

«Unbeschreibliche Freude»
Am 22. September meldete sich schliesslich ein Mann bei Christiane Knechtel, der Tage zuvor beobachtet hatte, wie die Katze beim Parkplatz unterhalb der Sissacher Fluh die Strasse überquerte und von einem Auto angefahren worden war. Danach f lüchtete sie humpelnd ins Dickicht. «Der Unfall wurde mir so dramatisch geschildert, dass ich davon ausgehen musste, Lia lebt nicht mehr oder ist sehr schwer verletzt», erzählt Knechtel. Sie machte sich sofort wieder auf die Suche, die vorerst erfolglos blieb. Immer wieder rief sie den Namen der Katze und versuchte sie mit vertrauten Geräuschen zu locken. «Plötzlich mauzte eine leise Stimme zurück, kam immer näher und aus dem Dickicht trabte Lia. Meine Überraschung und Freude waren unbeschreiblich, noch dazu, da ich keine Verletzungen entdecken konnte.»

Den ersten Tag zuhause verbrachte die Katze schlafend und fressend. «Insgesamt wird deutlich, dass sich Lia, was auch immer ihr zugestossen ist, nach 13 Wochen Abwesenheit physisch schneller erholt als psychisch», erklärt Knechtel. Wie die Katze, die sich sonst nie mehr als 50 Meter vom Haus entfernte, zur Sissacher Fluh kam, ist ungeklärt. «Für mich ist klar, dass sie nicht selbst dorthin gelangt ist», sagt Knechtel. Sie geht davon aus, dass die Katze mitgenommen wurde. «Ich habe Vermutungen und Indizien, aber keine Beweise.»

Dankbar ist Christiane Knechtel allen Helferinnen und Helfern, die sie bei der langwierigen Suche unterstützt haben. «Man soll nie aufgeben», sagt sie rückblickend. Als besonders wichtig erachtet sie die Schweizerische Tiermeldezentrale, die eine hervorragende Institution sei.

Das Happy-End wird nur durch einen Wermutstropfen getrübt: Im Juni sind bei Christiane Knechtel neben Lia auch noch der Kater Mohri und die Katze Kitty verschwunden, beide rund ein Jahr alt. Von ihnen fehlt nach wie vor jede Spur. Christiane Knechtel hofft, dass es auch mit ihnen ein Wiedersehen geben wird.

 

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