Die Kugel rollt

Fr, 17. Sep. 2021
Die Vorstände des neuen Petanque-Club Fricktal und der Kaister Schützen. Etienne Höltschi (von links), Thomas Hermann, Roger Heiz, Liliane Heiz, Tobias Zumsteg, Fabrice Hirt, Oliver Andres, Heinz Senn, André Bissig, Tanja Andres.

Dank der Kaister Schützen hat der neue Petanque-Club auch einen Trainingsort

Der neu gegründete Petanque-Club Fricktal strebt mit seinen aktuell 14 Mitgliedern hohe Ziele an. Der in Kaisten beheimatete Verein will auch auf nationaler Ebene ganz vorne mitspielen.

Susanne Hörth

Der dumpfe Aufprall einer Kugel auf dem kiesigen Untergrund, ein anerkennendes Gemurmel der Umstehenden und im Hintergrund das Brummen eines vorbeifahrenden Autos gehören an diesem Dienstagabend zu den wenigen Geräuschen, die auf dem grossen Parkplatz vor dem Kaister Schützenhaus zu vernehmen sind. Und das trotz der zahlreich anwesenden Personen. Es wird trainiert. Da braucht es keine lauten Worte, geschweige lautes Rufen. Vielmehr sind Ruhe, Konzentration und Zielgenauigkeit gefordert. Wenn auch beim Schützenhaus trainiert wird, kommen hier für einmal keine Gewehre zum Einsatz. Es wird zudem nicht geschossen, sondern geworfen. Bei den Wurfobjekten handelt es sich um verchromte Stahlkugeln. Gespielt wird Petanque.

Unter den Anwesenden befinden sich mit Tanja Andres und Roger Heiz gleich zwei amtierende Petanque Deutsch-Schweizer Meister. Mit von der Partie ist auch Heinz Senn, Präsident des PC Regioms. Diesem Grossclub gehören mehrere Petanque-Clubs an. Er organisiert Meisterschaften.

«Wir wollen Petanque auf einem hohen Niveau spielen, entsprechend ambitioniert sind auch unsere Erwartungen», sagt Tanja Andres zur NFZ. Der Kugelsport, der Präzision, Konzentration, Ausdauer und Teamgeist vereint, fasziniert die Kaisterin schon viele Jahre. Seit 1999 trainiert sie regelmässig, nimmt an Turnieren wie auch an nationalen und sofern möglich auch an internationalen Wettkämpfen teil. Auf einem hohen Niveau spielen, sich mit anderen Gleichgesinnten messen zu können, das wollen ebenfalls die an diesem Abend vor dem Kaister Schützenhaus anwesenden Männer und Frauen. Sie teilen gemeinsam die Freude und Leidenschaft für die Sportart Petanque, bedauerten aber zusehends die immer eingeschränkteren Trainingsmöglichkeiten. Doch damit ist es jetzt vorbei: Statt weite Wege für die wöchentlichen Trainings zurücklegen wird jetzt für den eigenen, neu gegründeten Club, genauer Petanque-Club Fricktal, gespielt. «Wir sind bereits 14 Mitglieder. Die meisten auf einem sehr guten Niveau», tönt es freudig. Die Frauen und Männer kommen aus dem ganzen Fricktal wie auch aus anderen Teilen des Kanton Aargau.

Win-Win-Situation
Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem Schützenverein Kaisten? «Wir sind Nachbarn», sagt Schützenvereinspräsident Thomas Hermann und meint mit Nachbarn zwei der Petanque-Spieler Tanja Andres und Roger Heiz. Deren Anfrage bezüglich Benutzung von Platz und Garderoben beim Schützenhaus wurde im Vorstand geprüft und für gut befunden. «Unser Vorteil dabei ist auch, dass unsere Infrastruktur noch besser ausgenutzt werden kann», so Thomas Hermann. Bereits seit Mai dieses Jahres können die begeisterten Petanque-Spielerinnen und -Spieler hier nun schon trainieren. Einige Spieler sind zwischenzeitlich auch Mitglied bei den Schützen. Das fördert den gegenseitigen Austausch wie auch die Gemeinschaft, sind sich alle einig.

Am 17. August wurde «Petanque-Club Fricktal» mit Vereinssitz in Kaisten aus der Taufe gehoben. Bald findet auch schon die erste Generalversammlung statt. Das Club-Logo ist ebenfalls schon kreiert und auch bei der Wahl der Vereins-Trainingsanzüge befindet man sich auf der Zielgeraden. «Für mich war die Vereinsgründung ein Traum, der in Erfüllung gegangen ist», freut sich Roger Heiz. Nach der ersten Probesaison hoffen er und alle Vereinsmitglieder auf weitere Gleichgesinnte. Und natürlich steht der Wunsch, sich mit dem neuen Club auch in der französischen Schweiz bald einen guten Namen machen zu können und damit national ein Gewicht zu erhalten, ganz weit oben auf der Liste der anvisierten Ziele. Jetzt geht es aber erst einmal darum, vom Verband Regioms aufgenommen und mit den nötigen Lizenzen auch an Meisterschaften zugelassen zu werden.

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