«Das letzte Treffen war vor sechs Monaten»

Sa, 27. Mär. 2021
«Auch bei uns im Tal hat es Betriebe, die es heftig getroffen hat», betont Roger Hauri. Foto: Bernadette Zaniolo

Es ist ein Novum in der Geschichte des Gewerbe Gansingen-Mettauertal-Schwaderloch (GMS): Die 32. Generalversammlung wird nicht vor Ort abgehalten.

Bernadette Zaniolo

«Das letzte Treffen fand vor sechs Monaten statt», sagt Roger Hauri, Präsident des Gewerbe GMS. Damit spricht er den gemeinsamen, jährlichen «Brätle»-Hock mit dem Gewerbe Region Laufenburg (GRL), welcher am 16. September 2020 durchgeführt wurde, an. Im Gesicht von Hauri macht sich fast ein bisschen Bestürzung über diese lange «kontaktlose» Zeit bemerkbar. Solche Anlässe dienen nicht nur der Gemütlichkeit und Geselligkeit, nein sie sind auch wichtig für den ungezwungenen Austausch unter der Gewerblern. Einen solchen Rahmen bietet aber auch die Generalversammlung, sei dies beim vorgängigen Apéro, dem Essen oder im Anschluss an die GV.

Doch in diesem Jahr wird die GV des GMS in schriftlicher Form durchgeführt. Die 77 Mitglieder erhalten die Unterlagen inklusive Abstimmungsformular Ende März zugestellt. Bereits wurden diese informiert, dass der Vorstand den Vorschlag unterbreiten werde, dass jedes GMS-Mitglied einen Teil des geleisteten Mitgliederbeitrags in Form von drei GMS-Gutscheinen im Gesamtwert von 150 Franken zurückerhalten soll.

Ein weiter Vorschlag, über den die GV befinden wird, ist, dass Unternehmen auch einen «Antrag auf Verzicht des Mitgliederbeitrags» stellen können.

Auf die wirtschaftliche Situation der Unternehmungen im GMS-Gebiet angesprochen, sagt Hauri: «Auch bei uns im Tal hat es Betriebe, die es heftig getroffen hat». Ansonsten, so seine Vermutung, komme ein Grossteil wohl «relativ» gut durch die Pandemie. «Ich höre nichts anderes», begründet er seine Vermutung. Aus Gesprächen mit Vorstandsmitgliedern weiss er, dass einzelne Unternehmen den Umsatz seit der Pandemie halten oder sogar steigern konnten.

Angesprochen auf die Rekrutierung von Lehrlingen in dieser besonderen Zeit, hält der GMS-Präsident fest: «Die einzelnen Lehrbetriebe müssen sehr viel mehr selber organisieren und Werbung betreiben.» Die am 20. März geplante Tischmesse musste verschoben werden. Sie ist neu auf den 29. Mai datiert. Hauri würde sich freuen, wenn die Berufsbildungstage (30./31. März/1.April) im Rahmen von «Schule trifft Wirtschaft» durchgeführt werden könnten.

Als nächste Anlässe im Jahresprogramm des GMS sind der Gemeinschaftsausf lug mit dem GRL (12. Mai) sowie der Sommerabendplausch mit Würdig ung der geprüften jungen Berufsleute am 29. Juni geplant.


Noch freie Lehrstellen

«Wir konnten die beiden Lehrstellen als Elektroinstallateur besetzen», hält Martin Vögeli von der R. Hegi AG in Mettau auf Anfrage fest. Er sagt jedoch: «Wir stellen aber seit Corona weniger Interessenten beziehungsweise Bewerber fest.» Bei der Firma Meier Söhne AG in Schwaderloch hatte man in den letzten Jahren gemäss Martin Bühler erfreulicherweise «weniger Probleme» Strassenbauer-Lehrlinge zu finden. In diesem Bereich bietet die Firma jedes Jahr zwei bis fünf Lehrstellen an. In allen Bereichen (Kaufmann/Strassenbauer/ Baumaschinenmechaniker und Chauffeur) seien für geeignete Bewerber noch Lehrstellen frei und sind auch Schnupperlehren möglich. René Weber, Inhaber und Geschäftsführer des Wiler Schriinerhus Weber teilt auf Anfrage mit: «Wir konnten auf Sommer 2021 unsere Lehrstelle besetzen. Es wurde ein Lehrvertrag abgeschlossen.» Für einen geeigneten Bewerber zu finden sei kein Mehraufwand nötig gewesen.

Ganz anders präsentiert sich die Situation bei der Florian GmbH Gartenbau in Etzgen. Dort sind bereits seit letztem Jahr zwei Lehrstellen (Gärtner Fachrichtung Garten und Landschaftsbau) unbesetzt beziehungsweise noch frei. Gemäss Thomas Leu hatte das Unternehmen während dem ersten Lockdown eine zusätzliche Lehrstelle beschlossen, «um genügend Angebot für die Jugendlichen zu schaffen. Bisher konnten wir aber beide Stellen nicht besetzen. Im ersten Lockdown mussten wir fünf Schnupperlehren absagen. Alle, die wir nachher kontaktiert haben, hatten in der Zwischenzeit aber bereits einen Lehrvertrag unterschrieben. Wahrscheinlich ohne die Möglichkeit einer Schnupperzeit. Keine gute Situation für die Jugendlichen.» (bz)

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