Bözen sagt Ja zum Verkauf der Elektra

Di, 02. Feb. 2021
Er würde notfalls seine Schneeschuhe ausleihen: Gemeindeammann Robert Schmid (am Rednerpult). Foto: Simone Rufli

Elektrizitätsversorgung Bözen wird an die AEW verkauft

Die Gemeindeversammlung sprach sich am Donnerstagabend klar für den Verkauf der Elektrizitätsversorgung Bözen (EB) an die AEW Energie AG aus. Diskussionen gab es um die Verwendung des Verkaufspreises in der Höhe von 4,8 Millionen Franken und um den Schnee.

Simone Rufli

Wird nicht innert 30 Tagen das fakultative Referendum ergriffen, kann der Bözer Gemeinderat den Verkaufsvertrag mit der AEW unterzeichnen. Der Verkaufspreis beträgt 4,8 Millionen Franken. An der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom Donnerstagabend in der Turnhalle nahmen 40 Personen teil, 35 stimmten mit Ja, fünf enthielten sich der Stimme.

Mit dem nun beschlossenen Verkauf tritt ein, was sich der Gemeinderat mit dem Antrag erhofft hat: Entlastung von ungewissen Marktentwicklungen, von fachlichen Anforderungen in der Netzregulation und vor allem von hohem Investitionsbedarf in neue Technologien.

Es war nicht das erste Mal, dass in Bözen über den Verkauf der Elektrizitätsversorgung gesprochen wurde. Die technische Kommission des Gemeinderats hat neben dem Verkauf auch die Varianten Status Quo und externe Betriebsführung geprüft. Diese Varianten waren der Bevölkerung bereits am 26. August 2020 anlässlich eines Infoabends vorgestellt worden. Eine Konsultativabstimmung war an jenem Abend klar zugunsten eines Verkaufs ausgefallen.

Bevor es zur Abstimmung kam, sprach Vizeammann Roger Frey noch einmal ausführlich über die Gründe für den Verkaufsantrag des Gemeinderates. Die Energiestrategie des Bundes, der liberalisierte Markt, Mehraufwendungen durch wechselnde Kunden, neue regulatorische Massnahmen und der steigende Margendruck auf Kleineinkäufer waren ein paar seiner Argumente. Weit mehr als die technischen Belange schien aber die Frage zu interessieren, was mit dem Verkaufserlös von 4,8 Millionen Franken passieren soll. «Der Erlös ermöglicht die Realisierung interessanter Projekte innerhalb von Bözen und im zukünftigen Böztal», so der Gemeinderat in den Versammlungsunterlagen. Dass Böztal erwähnt wurde, passte nicht allen. So war am Donnerstagabend etwa zu hören: «Das Geld gehört Bözen und nicht Böztal!» Deswegen sei ja auch eine Stiftung geplant, so Frey, der gleichzeitig darauf hinwies, dass ein Teil des Geldes gemäss Zusammenschlussvertrag auch Böztal zustehe. Gemeindeammann Robert Schmid erinnerte zudem an Elfingen. «Auch Elfingen hat die Elektra verkauft und das Geld fliesst in die Böztal-Kasse.»

Noch bis Ende Februar läuft ein Ideenwettbewerb, wo es um die Verwendung des erzielten Gewinns sowie die frei gewordenen liquiden Mittel geht. Anschliessend wird eine Jury, bestehend aus Mitgliedern des Gemeinderats und der technischen Kommission, die Auswertung vornehmen. Die Jury werde die Ideen bis Ende April dem Gemeinderat vorstellen, erklärte Frey.

René Soland, Leiter Geschäftsbereich Netze bei den AEW, bedankte sich Namens der AEW für das Vertrauen und nahm Stellung zu den jüngsten Stromunterbrüchen. Für die sei nicht die AEW sondern der Schnee und umstürzende Bäume verantwortlich. Die aktuellen Wetterkapriolen prägten auch die Wortmeldungen unter dem Traktandum «Verschiedenes». So wurde der Gemeinderat etwa gebeten, künftig auch Nebenstrassen vom Schnee zu befreien. Sollte es mit dem Schnee so weitergehen, würde er seine Schneeschuhe zur Verfügung stellen, noch bevor Bözen ein Pistenfahrzeug anschaffen würde, meinte ein gut gelaunter Robert Schmid, bevor er nach knapp einer Stunde die Versammlung schloss.

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