Neue Gemeindezusammenarbeit

So, 03. Jan. 2021
Gemeinsame Sache im Bereich Wasser. Foto: NFZ Archiv

Wittnau überträgt weitere Aufgaben an Frick

Nach guten Erfahrungen mit dem regionalen Steueramt arbeiten Wittnau und die Zentrumsgemeinde Frick per 1. Januar 2021 auch im Bereich Wasserversorgung und Bauamt zusammen. Für Wittnaus Gemeindeammann Andreas von Mentlen überwiegt klar der Nutzen.

Simone Rufli

«Ich kann nicht für andere Gemeinden sprechen, aber ich finde, man sollte sich überlegen, ob jede Gemeinde alles machen muss», sagt Andreas von Mentlen. Der Gemeinderat Wittnau habe verschiedene Varianten im Bereich Wasserversorgung und für die Führung des Bauamts geprüft und sei zum Schluss gekommen, dass eine Zusammenarbeit am sinnvollsten sei, erklärt der Gemeindeammann gegenüber der NFZ. «Allein wenn man bedenkt, über welche Fahrzeuge ein Bauamt verfügen muss, liegt eine Gemeindezusammenarbeit auf der Hand. Dazu kommt, dass es für eine Gemeinde in der Grösse von Wittnau nicht ganz einfach ist, Mitarbeitende zu finden, die in einem reduzierten Pensum arbeiten wollen», so Von Mentlen. Und zu guter Letzt sei die Führung des Bauamtes mit einem Teilpensum erfahrungsgemäss nicht zielführend.

Weil der Leiter des Bauamts Wittnau seine Anstellung per 31. Januar 2021 gekündigt hat, übernimmt die Gemeinde Frick die Verantwortung in Wittnau interimistisch bereits per 1. Januar 2021. Damit könne eine reibungslose Übergabe und geeignete Einführung durch den aktuellen Stelleninhaber gewährleistet werden. «Über die Leistungserbringung wird ein Gemeindevertrag abgeschlossen. In der Startphase werden die beiden Gemeinden einen intensiven Austausch pflegen, um allfällige Anpassungen im definierten Tätigkeitsbereich vornehmen zu können», so der Wortlaut in den amtlichen Mitteilungen.

Weitere Interessenten
Während Wittnau aufgrund der personellen Notlage also bereits einen Schritt weiter ist, sind die Gemeinderäte Oberhof, Wölflinswil, Gipf-Oberfrick und Oeschgen mit Frick noch in der Sondierphase. Anfang Dezember haben auch sie beschlossen, die Schaffung eines regionalen Brunnenmeisterdienstes zu prüfen – zusammen mit Wittnau. Der regionale Brunnenmeisterdienst soll der grössten Wasserversorgung in der Region, der Gemeinde Frick, übertragen werden. «Ziel der Regionalisierung ist es, die erforderliche Qualität in den einzelnen Wasserversorgungen auch in Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung sicherstellen zu können. Dazu braucht es ausgebildetes Personal, das rund um die Uhr verfügbar ist», nennt Fricks Gemeindeschreiber Michael Widmer auf Anfrage die entscheidenden Punkte. Eine Umfrage in den einzelnen Gemeinden habe gezeigt, dass in den nächsten Jahren diverse Pensionierungen anstehen. In Gipf-Oberfrick steht per Ende 2021 die Pensionierung des Bauverwalters an und in den kleinen Gemeinden des Benkentals sind die Mitarbeiter ebenfalls bereits älter.

Weisungsbefugnis bleibt
Auch für Wittnaus Gemeindeammann Andreas von Mentlen liegt eines der wichtigsten Argumente für eine regionale Zusammenarbeit in der Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit. «Es braucht auch für Ferienund andere Abwesenheiten eine sinnvolle Stellvertretungslösung, die eine kleine Gemeinde nicht zufriedenstellend gewährleisten kann.» Vor einem Verlust an Gemeindeautonomie fürchtet er sich nicht. «Weisungsbefugnis und Verantwortung bleiben bei der Gemeinde Wittnau.» Vergleichbar mit der sogenannten Matrixorganisation in jeder grösseren Firma würden Entscheidungskompetenzen formuliert und übertragen, Beschlüsse aber weiterhin gemeinsam gefasst.

In Frick entsprechen die Strukturen bereits weitgehend den Anforderungen. Mit Brunnenmeister Nicola Leone und Stellvertreter Michael Reimann kümmern sich zwei ausgewiesene Fachleute um die Wasserversorgung. In groben Zügen sieht die künftige Zusammenarbeit vor, dass Frick das zur Bewältigung der Aufgaben nötige Personal anstellt und ein Vertrag die Verteilung der Kosten regelt. Zur Ausarbeitung des entsprechenden Vertrags wurde eine gemeinsame Arbeitsgruppe gegründet. Positive Erfahrungen gibt es bereits: Das Regionale Steueramt für die Gemeinden Densbüren, Frick, Oberhof, Ueken, Wittnau und Wölflinswil wird seit längerem in Frick geführt.

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