«Alte Rübe» neu entdeckt: die Pastinake

Do, 14. Jan. 2021
In England, den USA und Frankreich blieb die Pastinake über all die Jahrzehnte beliebt. Foto: zVg

Ein richtiges Nährstoffpaket

Viele Jahrzehnte lang ging die Pastinake bei uns fast vergessen. Vor einigen Jahren wiederentdeckt, erfreut sich die süss-nussige Winterwurzel immer grösserer Beliebtheit.

SCHWEIZ. Die Kartoffel und das Rüebli haben die Pastinake über längere Zeit fast gänzlich verdrängt. Im Mittelalter hatte die stärkehaltige Pastinake eine ähnlich wichtige Rolle wie heute die Kartoffel. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts war sie aufgrund ihrer geringen Krankheitsanfälligkeit in unseren Breitengraden eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel.

Doch dann wurde sie immer stärker von Kartoffel und Rüebli verdrängt – und ging schliesslich fast ganz vergessen. Im Gegensatz zur Schweiz, Österreich und Deutschland blieb das Gemüse in England, den USA, Frankreich, Holland, Skandinavien und Ungarn über all die Jahrzehnte beliebt.

Unter der Erde
Die Pastinake wächst wie das Rüebli oder der Rettich unter der Erde. Die Wurzeln sind von weiss-gelblicher Farbe. Die Pastinake gehört zur Familie der Doldenblütler. Diese Familienzugehörigkeit lässt sich in der Blütezeit von Juli bis September an den doppeldoldigen Blütenständen gut erkennen. Im Vergleich zu anderen Wurzelgemüsen ist die Pastinake ein richtiges Nährstoffpaket. Sie enthält zum Beispiel Niacin, Pantothensäure, Folsäure, Calcium, Kalium und Zink.

Die Pastinake hat eine feine Süsse und einen leicht erdig-nussigen Geschmack. Werden die Wurzeln erst nach dem ersten Frost geerntet, haben sie ein noch milderes Aroma. Sie können an frostfreien Tagen den ganzen Winter über frisch geerntet werden und schmecken als Ofengemüse, Gratin, roh im Salat oder zu einer feinen Suppe verarbeitet. Sie ist leicht verdaulich und bekömmlich, weshalb sie auch oft für Babybrei zum Einsatz kommt. Ihre Saison beginnt jeweils im späteren Herbst und dauert bis etwa April. (lid.ch)

Tipp: Kleinere, dünnere Wurzeln schmecken meist besser als grosse, dicke – diese neigen zu einer holzigen Konsistenz. Zu Hause halten sich Pastinaken im Kühlschrank am besten ungewaschen und ohne Verpackung im Gemüsefach. Die Haltbarkeit beträgt dann ungefähr ein bis zwei Wochen.

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