Sport und Arbeit sind sein Leben

Mo, 19. Okt. 2020
Roland Tschudi wird es auch in Zukunft nicht langweilig. Foto: Hans Zemp

Der Wittnauer Roland Tschudi hat sowohl in der Turnerei wie auch in seinem Beruf sehr viele Spuren hinterlassen. Familie und privates Reisen brachten ihm Erholung und viel Freude.

Hans Zemp

Roland Tschudi ist seit zwei Jahren Präsident bei den Fricktaler Turnveteranen. Damit trifft man ihn an einer weiteren Stelle in seiner Turngeschichte, die er während 40 Jahren im Dorf und im Kreisturnverband Fricktal mitgeprägt hat. Auf die Frage, warum er dieses Amt übernommen hat, meint er, dass alle Leute, mit denen man während 40 Jahren Freizeit, Spiele und Wettkämpfe erlebt hat, älter werden. Für ihn ist sehr wichtig, dass man auch beim älter werden für das Gemüt und die Kameradschaft etwas macht. Leben ist für ihn sinnvolle Gestaltung der Zeit und Freizeit mit all der Abwechslung, die damit verbunden ist. Das Überregionale macht solche Netzwerke wertvoll. Und: «Die Leute kommen auch im Alter hinter dem Ofen hervor. Und dies ist darum sehr sinnvoll, weil man oft sieht, dass viele ältere Menschen nicht mehr turnen können. Jassen, Wandern, Tagungen besuchen ist aber noch möglich und erweitert das soziale Netzwerk über viele Stufen. Es ist eine schöne Aufgabe, die dankbar ist und von denen, die die Angebote nutzen, sehr geschätzt wird.»

In seiner Funktion als Präsident der Turnveteranen will er Traditionen aufrechterhalten, pflegen und weiterentwickeln. So lassen sich auch jüngere Leute begeistern und «dies ist eine schwierige Aufgabe».

Als zweite Aufgabe sieht Roland Tschudi das gemeinsame Einbinden von Frauen und Männern. Seit 20 Jahren ist man im gleichen Verband und die gemeinsame Einbindung ist lückenhaft. Dies brauche zwar Zeit, aber schliesslich seien ja nun 20 Jahre seit dem Zusammenschluss vergangen. In der heutigen Zeit sei das engere Zusammengehen der Männer und Frauen ein wichtiger Schritt. Es muss mehr integriert werden.

In vielen Funktionen hat er gewirkt
Im Fricktal kennt man Roland Tschudi als Präsident der Jugendturnkommission mit all den grossen Anlässen, bei denen er als Präsident oder Mitglied und als Mitglied des Technischen Ausschusses in der Federführung stand. In verschiedenen Funktionen wirkte er als Angehöriger des Vorstandes im Kreisturnverband mit. Im Männer- und Frauenturnen trifft man ihn in der Folge ebenfalls als Präsidenten an. Alle diese Aufgaben bewältigte er jeweils während rund zehn Jahren.

In Wittnau findet man Roland Tschudi viele Jahre in verschiedensten Leiterfunktionen auf der ganzen Ebene des Sports. In seiner Zeit bei der Männerriege, viele Jahre als Präsident, durfte diese zehn Turnfeste gewinnen, in Sissach sogar das Eidgenössische. Immer hat er selber auch aktiv geturnt. Früher liebte er die Leichtathletik und den Handball, heute den Faustball. Das Vereinsturnen durfte aber nie fehlen.

Etwas mit dem Team erreichen, egal ob bei Mannschaftswettkämpfen in der Leichtathletik oder bei Spielwettbewerbern stand bei ihm immer ganz weit vorne. Besonders bleibt ihm hier das Eingebettet sein in die Gemeinschaft bei mehrtägigen Anlässen in Erinnerung. Vorab stand immer die Leistung, dahinter die gemeinsame Freude, das Festen. Und das in allen Stufen. «Schliesslich beinhaltet das Wort ‹Turn-Fest› beide Bereiche», lacht er.

Den nimmermüden Rentner trifft man noch heute an 50 bis 60 Faustballmatches im Jahr. Trotzdem bleibt ihm das Turnen sein oberstes Ziel.

Auch beruflich erfolgreich
Der gelernte Kaufmann war wissund lernbegierig. An der Fachhochschule erwarb er sich das Diplom als Betriebsökonom Fachrichtung Controlling /Informatik sowie Marketing und Verkauf. Dies liess ihn im Verantwortungsbereich bei seinen Tätigkeiten laufend aufsteigen. Zur beruflichen Tätigkeit – als Unternehmensberater bei PWC, später Finanzchef der AZ Medien Gruppe und parallel Inhaber von sechs Verwaltungsratsmandaten – gehörten auch viele Auslandreisen. Für Roland Tschudi haben sich während seiner 52 Jahre Berufszeit vor allem zwei Dinge deutlich verändert. Die Schnelligkeit ist für ihn enorm. Alles ist schneller und dynamischer geworden. Getrieben wurde das Ganze durch die Entwicklung der Technologien und der Kommunikation. «Diese Entwicklung ist enorm, alles macht aber Spass», meint er.

Zu seiner Pensionierung schrieb Verleger Peter Wanner: «Wenn ein Verleger jede Woche eine neue Idee hat, braucht es als Konterpart einen starken Finanzchef, der das Wünschbare vom Machbaren unterscheidet. Roland Tschudi hat diese Rolle perfekt gespielt.»

Reisen und Natur sind seine Hobbies
«Mein Obstgarten bringt mich aus dem Haus. Man sieht, was wächst und kann erst noch die frische Luft geniessen», hat Roland Tschudi gelernt. Die Zeit im Obstgarten werde aber auch als Treffpunkt für die Familie geschätzt.

Insgesamt war Roland Tschudi mit seiner Familie vier Jahre auf Reisen in der ganzen Welt. Die vielen Geschäftsreisen sind hier nicht mitgezählt. Und oft lagen Sachen sehr nahe beisammen. So 1982, als er am 30. Juni in sein Haus einzog und am 3. Juli für vier Monate in die USA verreiste. Besonders war auch, dass er nach 25 Ehejahren seine Hochzeitsreise mit Gattin Heidi rund um die Welt nachholte.

Reisen und Familie sollen jetzt nach seiner Pensionierung mit 68 Jahren im Terminkalender weiter Platz finden. Roland und Heidi Tschudi haben drei Töchter und zwei Enkelkinder. Einen Tag pro Woche liegt die Obhut bei den Grosseltern. Roland Tschudi sieht sich als Familienmensch. Darum hat er auch guten Kontakt zu seiner engeren Verwandtschaft. «Man trifft sich regelmässig.»

Auf seine Ziele angesprochen meint er, dass er gesund und aktiv bleiben möchte. So lassen sich seine Hobbies, die Familie, der Garten, das Turnen und Reisen weiter pflegen. Auch das Wittnauer Fasnachtsfeuer bleibt ihm heilig. Er hat schon 55 Jahre bei den «Oberen» mitgemacht.

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