Gemeindeverband pocht auf Solidarität

Fr, 28. Aug. 2020
Der Vorstand des Gemeindeverbandes (am Tisch) lauscht den Ausführungen von Gastgeber Gemeindeammann Thomas Treyer. Foto: Simone Rufli

Alle Dienste unter einem Dach bewähren sich

Die neue Organisation und die Konzentration der Dienste im Zentrum Hinterer Wasen vor zwei Jahren hat über den anfänglichen Schwung hinaus positive Auswirkungen. Entsprechend harmonisch verlief die Abgeordnetenversammlung.

Simone Rufli

Herbert Weiss hatte am Mittwochabend allen Grund, zufrieden zu sein. Der Gemeindeverband Bezirk Laufenburg, dessen Präsident der Laufenburger Stadtammann ist, hat sich im vergangenen Jahr in der neuen Führungsstruktur positiv weiterentwickelt. Die internen Abläufe konnten gefestigt und weiter optimiert werden. Und die Rechnung 2019 schloss mit einem Ertragsüberschuss von 81 811 Franken. Dies nach einem Aufwandüberschuss in der Höhe von 70 000 Franken im Jahr zuvor. Die Gesamtkosten des Verbandes, unter dessen Dach der Kindes- und Erwachsenenschutzdienst, der Logopädische Dienst, die Mütter- und Väterberatung sowie die Jugend- und Familienberatung im Zentrum Hinterer Wasen in Laufenburg zusammengefasst sind, beliefen sich auf total 2,47 Millionen Franken. Budgetiert waren 2,56 Mio. «Die Anwesenheit aller Stellenleiterinnen und Stellenleiter zeugt vom Interesse und Herzblut, mit dem alle ihrer Arbeit nachgehen», lobte Weiss.

Geschäftsführer Adrian Brogle ging in der Folge etwas mehr ins Detail. Er durfte eine deutliche Reduktion der IT-Investitionen vermelden, umgekehrt schlagen nun die Prämienerhöhungen bei den Taggeldern als Folge von grossen Schadensfällen mit Mehrausgaben zu Buche. Der Gemeindeverband beschäftigt zurzeit 32 Personen. Sie alle profitieren im Budget 2021 von einer allgemeinen Lohnerhöhung um ein Prozent. Speditiv ging die Abgeordnetenversammlung im Gemeindesaal von Herznach über die Bühne. Von den total 44 Stimmen waren 42 vertreten, somit sind alle Beschlüsse rechtskräftig. Sämtliche Traktanden wurden genehmigt, die Jahresberichte, die Rechnung 2019, der Stellenplan und das Budget 2021 waren den Gemeindedelegierten im Vorfeld schriftlich zugestellt worden und gaben keinen Anlass für Diskussionen.

Konsequent solidarisch
Ein paar Diskussionen hatte es im Zuge der Einführung der «neuen Ressourcierung der Volksschule» gegeben. Dabei ging es um die Ressourcenabtretung im Bereich Logopädischer Dienst. Bis anhin wurden die finanziellen Mittel an die von den Gemeinden beauftragten Verbände direkt vom Kanton bereitgesellt. Neu sind diese Mittel Teil des den Gemeinden zugesprochenen Ressourcierungskontingents. Einige Schulleiter hätten die Ressourcen anfangs nicht an den Gemeindeverband abtreten, sondern selbstständig über den Einsatz der Mittel befinden wollen. Der Gemeindeverband hatte daraufhin – dem Auftrag der angeschlossenen 18 Gemeinden folgend – die Ressourcenanteile bei den Schulen eingefordert. Herbert Weiss: «Der Gemeindeverband ist solidarisch aufgestellt und alle sollen gleich von bestmöglichen Leistungen profitieren können.»

Böztal willkommen
Der Antrag der Steuerungsgruppe Böztal mit der Bitte um Aufnahme der Fusions-Gemeinde inklusive entsprechende Anpassungen in den Vertragswerken und Satzungen per 1. Januar 2022, wurde einstimmig gutgeheissen. «Wir freuen uns auf diese Erweiterung», betonte Herbert Weiss. Welche Auswirkungen im finanziellen Bereich und punkto Arbeitsbelastung der Einwohnerzuwachs von 7 Prozent mit sich bringen wird, müsse sich dann im Detail zeigen, meinte Adrian Brogle auf eine entsprechende Frage von Christian Fricker (Frick). Das wiederum veranlasste Gertrud Häseli (Wittnau) davor zu warnen, Böztal als Sparmassnahme zu betrachten. Für Präsident Herbert Weiss besteht diesbezüglich keine Gefahr: «Unser Ziel ist und bleibt die qualitativ gute Arbeit.»

Bald wieder zusammen?
Die Qualitäten der Gastgeber-Gemeinde strich Gemeindeammann Thomas Treyer heraus. Er, der wegen den Corona-Schutzmassnahmen darauf verzichtete, im Anschluss an die Versammlung zum traditionellen Apéro zu bitten, warb für Herznachs Qualitäten im Bereich Wohnen und Arbeiten. Mit Blick auf die Geschichte meinte Treyer: «Einst trennte sich der Weiler Oberzeihen, später auch Ueken von Herznach ab – und was machen wir rund 200 Jahre später? Wir verhandeln mit Ueken über einen neuerlichen Zusammenschluss.» Ein Zusammenschluss, der siedlungsmässig bereits erfolgt ist, wie eine Luftaufnahme veranschaulichte. Die nächste Abgeordneten-Versammlung findet am 25. August 2021 in Gipf-Oberfrick statt.

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