Freude an einem wahrhaft «goldigen» Hobby

Do, 13. Aug. 2020
Jan Bernet (von links), Oliver Käser, Christian Hasler, Pascal Senn und Ueli Hasler. Foto: zVg

Goldmedaille für den Cider von fünf Herznacher Hobbykelterern

Zeit- und arbeitsaufwändig, aber noch viel mehr spannend und experimentierreich ist das Hobby, welches fünf Herznacher Freunde vereint. Für zwei ihrer Cider-Produkte sind sie nun in einem internationalen Wettbewerb mit Gold und Silber ausgezeichnet worden.

Susanne Hörth

Golden ist nicht nur die Farbe des Gebräus, welches die fünf Herznacher Freunde Jan Bernet, Christian Hasler, Ueli Hasler, Pascal Senn und Oliver Käser während ihrer Freizeit herstellen. Gold ist es auch, welcher ihr Cider Classic kürzlich beim internationalen Award Cider World in der Kategorie «Cider Still» erhalten hatte. «Die Auszeichnung erfüllt uns natürlich mit grossem Stolz. Wir freuen uns, dass wir auch eine internationale Fachjury mit unserem Cider überzeugen konnten», sagt Jan Bernet. Besonders stolz sind die Hobbykelterer darauf, dass sie sich auf der Rangliste der mit Goldmedaille ausgezeichneten Produkte mit 113 Punkten ganz weit oben positionieren konnten. Mit dieser Punktezahl sind sie die besten Teilnehmer aus der Schweiz und liegen sogar vor professionellen Firmen. Dies freut die fünf Freunde besonders – vorallem, da sie die Ciderherstellung nur als Hobby betreiben.

Beruflich beschäftigen sie sich mit anderen Dingen als mit Äpfeln, Hefe, Zuckergehalt, Öchslegraden, Filtern, Abfüllanlagen und weiteren, zum Cidre-Handwerk gehörenden Gerät- und Wissenschaften. Gerade deshalb ist auch die Freude über die goldene Auszeichnung des Cider-World-Awards so gross.

Mehr Bekanntheit
«Es zeigt uns, dass sich der Aufwand, das viele Wissen, welches wir uns angeeignet haben, das Experimentieren und unsere hohen Ansprüche lohnen», freuen sich die fünf Herznacher. «Backstabber» so der Name ihres süffigen Getränkes, darf sich auch mit dem Cider Oak noch eine weitere glänzende Medaille, eine silberne, umhängen lassen. Der Award Cider World, welcher heuer zum dritten Mal im Rahmen der Frankfurter Apfelweinmesse stattfand, hat sich die Professionalisierung der zum Teil noch recht jungen Cider-Szene zum Ziel gesetzt. Der Anlass ermöglicht den teilnehmenden Produzenten zudem eine gute Standortbestimmung, normalerweise auch Vergleichsmöglichkeiten und den Fachaustausch untereinander. Normalerweise. Denn in diesem von Corona geprägten Jahr ist auch hier alles anders. Der Award fand ohne Beisein der Wettbewerbsteilnehmenden und ohne Publikum statt. 160 Produkte aus ganz Europa, darunter eben auch welche aus der kleinen Herznacher Hobbykelterei wurden eingereicht und von einer international besetzten Fachjury in fünf Kategorien bewertet. Auf dem Postweg erreichten in diesen Tagen die Urkunden mit Gold- und Silberauszeichnung sowie dem dazugehörenden Fachbericht das Fricktaler «Backstabber»-Team. Hier, in einem privaten Mostkeller, hinter Fässern und Tänken, Abfüllund Reinigungsanlagen, werden die gerahmten Auszeichnungen nun neben anderen Urkunden ihren gebührenden Platz an der Wand erhalten. Und wer weiss, vielleicht gesellt sich im November eine weitere hinzu. Denn: «Wir haben unseren Cider auch bei einem Schweizer Award eingereicht. Im November erfahren wir dann das Ergebnis», so Jan Bernet.

Keine Ausbaupläne
Bef lügelt die internationale Auszeichnung zu noch Grösserem? Soll die kleine Ciderei wachsen und noch mehr an goldenem Saft liefern? «Dies ist im Moment nicht vorgesehen. Wichtiger als grosse Mengen zu produzieren ist für uns die Qualität und die Freude am Hobby», meint Jan Bernet. Sie wollen ihr gemeinsames Hobby weiterhin pflegen und auch Zeit haben mit neuen Zutaten und Geschmacksrichtungen für den Cider zu experimentieren. «Wichtig ist, dass es weiterhin Spass macht. Unser Antrieb ist einfach ein guter Cider», sind sich alle einig.

Ein klein wenig grösser wird die Cider-Produktion auf nächstes Jahr vielleicht aber doch. Denn die Prämierung der diesjährigen Ciders hat eine grosse Nachfrage nach Backstabber-Cider ausgelöst und das Lager ist heute schon fast leer.

Von der Apfelernte zum flüssigen Saft
Mit der Aussage: «Die Äpfel sind in diesem Jahr sehr früh reif», bereiten sich Jan Bernet und seine Kollegen auf die baldige Apfelernte vor. Danach beginnt das Mosten, der erste Prozess in der Cider-Herstellung. Unzählige weitere Schritte von der Vergärung, dem Filtern bis hin zum Abfüllen und Etikettieren werden folgen. Selbstverständlich fehlt bei all dieser intensiven Freizeitbeschäftigung auch das Anstossen mit einem guten Glas Herznacher Cider nicht. «Prost!»

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