«Ausgesungen» beim Kirchenchor Mettau

Di, 09. Jun. 2020
Agnes Oeschger (von links), Marie-Therese Ley und Nora Esser vom Vorstand bedauern die Auflösung sehr. Foto: Bernadette Zaniolo

Die Kündigung des Organisten und Chorleiters Ghasem Momenai, der kleine Mitgliederbestand und die Überalterung führten zum Entscheid, dass der Kirchenchor Mettau auf Ende 2020 aufgelöst wird.

Bernadette Zaniolo

Vor fünfzehn Jahren, just als Agnes Oeschger das Präsidium übernahm, feierte der Kirchenchor Mettau das «100-Jahre-Jubiläum». Nun Ende Jahr wird der Chor aufgelöst. Auslöser für den Entscheid war die Kündigung des Organisten der Pfarrei und Chorleiter Ghasem Momenai. «Diese Entscheidung zu treffen, fiel uns allen nicht leicht. Jedoch unser Chor besteht noch aus elf Mitgliedern, davon sind die meisten über 70 Jahre alt. Uns allen fehlt somit die Motivation mit einem neuen Chorleiter als so kleines Chörli weiterhin zu singen», teilt die Präsidentin mit. Einsätze können ab sofort keine mehr geleistet werden.

«Es geht etwas verloren in der Pfarrei. Aber wir haben unsere Sache geleistet», sagt Oeschger zur NFZ. In ihren Worten klingt Wehmut. Denn mit Freude erinnert sie sich an die gute Kameradschaft, die Einsätze des Chores und die immer wieder schönen Reisen. Ein Höhepunkt in dieser Sparte war die viertätige Reise im Jahr 2008 nach Dresden, aber auch die Tagesausf lüge zur Aareschlucht mit Besuch des Ballenberg-Museums, der Camille Bloch sowie jener ins Taminatal mit Besuch des alten Bades Pfäfers in der Taminaschlucht sind in schöner, bleibender Erinnerung.

Singen für die Gemeinschaft
Agnes Oeschger, die schon 26 Jahre im Vorstand des Kirchenchores der Pfarrei Mettau ist, sagt: «Die sakrale Musik ist schön und das Singen ist ein wertvoller Einsatz für die Gemeinschaft. Wir haben unseren Dienst als Kirchenchor zur Ehre Gottes zu singen und so die Gottesdienste mit unserem Singen zu bereichern gerne und mit Freude erfüllt.» Ghasem Momenai habe mit ihnen ein wertvolles Liedergut gepflegt «und er verstand es hervorragend einen so kleinen Chor zu leiten.» Ob ein neuer Leiter und der kleine Chor wieder harmoniert hätten stand offen, weshalb sich die Mitglieder einig waren, den Chor aufzulösen. Dies auch, weil Mitglieder aus gesundheitlichen und anderen Gründen den Austritt in Aussicht stellten. Auf die Frage, ob es verpasst wurde, jüngere Mitglieder für den Chor zu werben, verrät die Etzgerin: «Ich bin durch das ganze Dorf gelaufen und habe nur Absagen erhalten.» Eine Fusion mit dem Kirchenchor Gansingen stand aufgrund der Überalterung des Mettauer Chores nicht zur Diskussion. «Wir haben es den Mitgliedern offen gelassen zum Kirchenchor Gansingen zu wechseln. Dieser hat auch schon Mitglieder von uns angeschrieben», so Agnes Oeschger. Zusammen mit den Vorstandsmitgliedern Marie-Therese Ley und Nora Esser hat Agnes Oeschger am Pfingstsamstag den ersten gemeinsamen Gottesdienst der Pfarrei Mettau seit dem Corona-Lockdown besucht. «Ich hatte Tränen in den Augen», verrät Marie-Therese Ley nach dem Gottesdienst. Und sie dürfte nicht die Einzige gewesen sein, denn Gesangskollege Gerhard Berger beeindruckte an diesem Abend mit seiner Stimme von der Empore, wo er einzig mit der Gansinger Organistin Hiltrud Krack war. Ein sehr wertvoller Einsatz der beiden, der von den zirka 20 Gottesdienstbesuchern geschätzt wurde.

Kirchenchor der Pfarrei Mettau: Gegründet 1905; die Mitgliederzahl erreichte mit rund 30 Sängerinnen und Sängern den Höhepunkt. Heute sind es noch elf Mitglieder; viele sind schon – wie die Präsidentin Agnes Oeschger – über 40 Jahre dabei. Ende 2020 wird der Chor aufgelöst. Einsätze finden jedoch per sofort keine mehr statt.

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