«Der Verkauf soll rückgängig gemacht werden»

Do, 14. Mai. 2020
Die Gemeinde verkaufte das alte Feuerwehrmagazin an eine Privatperson, einen Nachbarn. Fotos: Bernadette Zaniolo

Die Gemeinde Münchwilen hat das alte Feuerwehrmagazin auf dem Hübel an eine Privatperson verkauft. «So nicht!», halten die Initianten einer Petition fest. Denn der Verkauf sei «klammheimlich und unter der Hand» erfolgt.

Bernadette Zaniolo

«Wie aus der Presse zu erfahren war, hat die Gemeinde das alte Feuerwehrmagazin klammheimlich und unter der Hand verkauft», so Daniel Lüthy und Walter Hunziker, die Hauptakteure des Initiativkomitees. Sie sind vom Verkauf doppelt betroffen, einerseits als Anstösser und Nachbarn und andererseits als Mieter. Denn wie Mike Bosshard vom Feuerwehrverein zur NFZ sagt, würden im oberen Stock des früheren Armenhauses viele Gegenstände gelagert, die etwa für die Errichtung eines Museums verwendet werden können. Dass sie keine Chance hatten, in Verkaufsbeziehungsweise Kaufhandlungen einzutreten, «ist uns quer in den Magen geschossen», so Lüthy. Deshalb hätten der Feuerwehrverein und die Männerriege (vertreten mit Präsident Peter Brogle) die Petition lanciert. Obwohl infolge von Covid-19 keine Unterschriftensammlung von Haustür zu Haustür möglich war, haben die Initianten innert kürzester Zeit 139 Unterschriften zusammengebracht; sie hatten die Petition per Mail gestreut.

Wie Bosshard sagt, fühlen sich die erwähnten Personen und Kreise vom Gemeinderat «hintergangen». Einerseits, weil die Vereine und Mieter schon mehrmals ein Nein zu einem Verkauf an eine Privatperson signalisiert hätten. Andererseits, oder vielmehr stossend sei, dass trotz Zusagen des Gemeindeammanns, ein allfälliger Verkauf würde einer Gemeindeversammlung unterbreitet, das Geschäft jetzt ohne das Stimmvolk abgewickelt wurde. «Wir fühlen uns hintergangen und um unsere Chance gebracht. Das wollen wir mit der Petition zum Ausdruck bringen», so Bosshard. Entgegen der Aussage in der Publikation der Gemeinde seien weder die direkt angrenzenden Nachbarn noch die Ortsbürgergemeinde beziehungsweise die Ortsbürgerstiftung informiert worden. Wie das Initiativkomitee sind auch die beiden Ehrenbürger von Münchwilen, die ehemaligen Gemeindeammänner Hansruedi Geiger und Willy Schürch überzeugt, dass die Ortsbürgergemeinde beziehungsweise die -Stiftung ein Kaufinteresse gehabt hätten.

Die von Gemeindeammann Bruno Tüscher in der Aargauer Zeitung dargelegten Gründe «stimmen aus unserer Sicht nicht und sollten lediglich den Verkauf rechtfertigen», halten Daniel Lüthy und Walter Hunziker fest. Wie Walter Hunziker zur NFZ sagte, hätten die Nachbarn am 24. April eine Beschwerde beim Kanton eingereicht. Sie sind sich bewusst, dass die Abwicklung des Geschäftes (Verkaufspreis 70 000 Franken) im Rahmen der Kompetenz des Gemeinderates erfolgte (bis 250 000 Franken jährlich). Dennoch fordern sie, dass der Verkauf rückgängig gemacht wird und das Lokal weiterhin den Vereinen zur Verfügung gestellt wird.

Wie Gemeindeschreiber Roger Wernli auf Anfrage bestätigt, sei die Liegenschaft für 70 000 Franken verkauft worden. Er unterstreicht, dass dieser Verkauf erfolgt sei, weil es in der Kompetenz des Gemeinderates liege. Seiner Aussage zufolge seien die Nachbarn aber orientiert worden.

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