Fasnächtler «übernehmen» das «Gambi»

| So, 08. Dez. 2019
Roli Zaugg betätigt sich für eine kurze Zeit als Wirt. Foto: Susanne Hörth

«Es macht einfach Freude, gewaltige Freude», sagt Roli Zaugg. Der Ehrennarrenvater der Fasnachtsgesellschaft Chaischter Haldejoggeli hat zusammen mit seinen Elferrats-Mitgliedern das Restaurant Gambrinus temporär wiedereröffnet.

Susanne Hörth

«Wir haben an der letzten Fasnacht hier Hot-Dogs zum Fenster hinaus verkauft und uns gefragt: Wars das jetzt?». Roli Zaugg sitzt an diesem kühlen Dezembermorgen im beheizten «Gambrinus» in Kaisten. Beheizt? Gambrinus? Draussen an der Türe steht «heute offen». Wie kann das alles sein? Das Imbiss-Fenster am Fasnachtsonntag 2019 gehörte zum eigentlich letzten Abschied an die beliebte Dorfbeiz im Mitteldorf. Schon damals war das Restaurant beim Joggeliplatz und vis à vis vom Volg bereits geschlossen. Die JKB-Immobilien hat das Gebäude mit dem Gastroraum im Erdgeschoss schon vor einiger Zeit gekauft und will es im Zuge einer grösseren Überbauung abreissen (die NFZ berichtete).

Der Abrisszeitpunkt verzögerte sich durch die erweiterten Baupläne. Und so fristete das «Gambrinus» bis vor ein paar Wochen ein trauriges, verlassenes Dasein. Und dann kamen die Fasnächtler, vielmehr Ehrennarrenvater Roli Zaugg ins Spiel. Warum die «Beiz» nicht zumindest für den 11.11. – die Fasnachtseröffnung – wiederbeleben? Zaugg fackelte nicht lange. Er wandte sich an den früheren Besitzer Viktor Bäumlin. Weder dieser noch die JKB hatten etwas gegen die temporäre Nutzung des Gastrolokals. «Als klar war, dass wir den 11.11. hier durchführen können, löste es eine richtige Kettenreaktion aus», erzählt Roli Zaugg. Die Mitglieder der Fasnachtsgesellschaft Chaischter Haldejoggeli krempelten die Ärmel hoch. Sie räumten im «Gampi» auf, veranstalteten einen einfachen Flohmarkt mit nicht mehr benötigten Gegenständen wie Gläser und so weiter. Küche und Lokal wurden für die Gäste bereit gemacht. «Wenn wir am 11.11. aufmachen können, warum nicht auch an jenen Tagen, in welchen im Dorf kein anderes Restaurant offen hat», überlegte Roland Zaugg und überzeugte mit guten Argumenten seine Elferratsmitglieder. Das Wirtepatent stellt «Cassiopaia»-Wirtin Denise Herzog zur Verfügung. Selbstverständlich wurden auch die offiziellen Stellen wie der Kanton über das Vorhaben informiert; «die braucht es für jeden öffentlichen Anlass.» Die Gemeinde erteilte zudem die benötigte Bewilligung für den Ausschank von Spirituosen. Und so hat Kaisten mit dem «Gambrinus Haldejoggeli-Stübli» vorübergehend eine weitere Beiz. Eine, in der Handwerker-Znüni, Essen und natürlich Getränke aller Art angeboten werden. Ehrennarrenvater und «Beizer» Roli Zaugg serviert das Gewünschte an den geöffneten «Gambi»- Tagen sehr gerne.

Hoffnung für die kommende Fasnacht
An der Fasnachtseröffnung vom 11.11. hat Narrenvater Marco Zaugg gegenüber den Medienvertretern erklärt, dass noch nicht klar sei, wo die Fasnacht 2020 durchgeführt wird. Ehrennarrenvater Roli Zaugg sagt mit hoffnungsvollem Augenzwinkern: «In einer Woche wissen wir mehr.» Denn dann wird der Abrisstermin bekanntgegeben. Gross ist die Hoffnung, dass die Abrissbirne die närrische Zeit abwarten wird und mit dem geöffneten «Gambrinus» auch ein wenig Nostalgie und Erinnerungen an die vielen Fasnachtsanlässe in diesem Lokal aufkommen dürfen.

Mit dem erarbeiteten Gewinn, und damit geht Roli Zaugg auch auf die guten Argumente für das kurzzeitige Betreiben einer Beiz durch die Fasnächtler ein, soll ein Teil der neuangeschafften «Uniformen» des Elferrates finanziert werden. Zu den anderen Gründen und Argumenten sagt der Ehrennarrenvater: «Wir wollen den Leuten zum einen die Fasnacht etwas näherbringen. Zum anderen wollen wir aber auch zeigen, dass wir nicht nur während der Fasnacht etwas für das Dorf machen.» Wie sehr dieses Engagement geschätzt wird, zeigen jeweils auch die Gäste, die in diesen Tagen ins «Gambi» einkehren. Diese Leute, ist Zaugg überzeugt, widerspiegeln auch das Bedürfnis, dass es an dieser zentralen Stelle im Dorf auch weiterhin ein Restaurant geben sollte.

Der temporäre Wirt öffnet die Eingangstüre des Restaurants. Er zeigt nach rechts zu dem grossen Schaufenster. Die «Chaischter Haldejoggeli» lassen nicht nur die Gambi-Zeit wiederaufleben. Sie sorgen mit einem schönen Adventsfenster auch für vorweihnachtliche Stimmung im Dorf.


Öffnungszeiten

Bis Ende Dezember hat das «Gambi» wie folgt geöffnet: 9. Dezember, 8.30 bis 20 Uhr; 10. Dezember, 18 bis 20 Uhr; 15. Dezember, 14 bis 22 Uhr; 16. Dezember, 8.30 bis 20 Uhr; 17. Dezember, 18 bis 23 Uhr; 23. Dezember, 8.30 bis 23 Uhr; 27. bis 30. Dezember, jeweils 11 bis 23 Uhr. Daneben diverse geschlossene Gesellschaften.

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