«Die Politik darf nicht nur auf die grossen Zentren ausgerichtet sein»

Mi, 09. Okt. 2019
«Das Foto zeigt mich bei meinem Hobby, dem 300 m Schiessen. Ich schätze das Engagement von vielen Fricktalerinnen und Fricktalern in den verschiedensten Vereinen, es trägt zu lebendigen Gemeinden bei», sagt Christoph Riner. Foto: zVg

NFZ-Wahlserie: Fricktaler Nationalratskandidaten im Interview

Der 42-jährige Grossrat aus Zeihen schätzt den Zusammenhalt im Fricktal und ist gegen eine Erhöhung des Rentenalters. Er will für die SVP in den Nationalrat.

Simone Rufli

NFZ: Herr Riner, wieso kandidieren Sie für den Nationalrat?
Christoph Riner:
Weil mir die Schweiz, der Aargau, das Fricktal und die Menschen, die hier leben, am Herzen liegen. 20 Jahre engagierte ich mich in der Gemeindepolitik (Finanzkommission) und seit 10 Jahren bin ich im Grossen Rat in Aarau. Ich arbeite gerne an Lösungen mit und bringe die Sicht ein von einer Region, welche nicht an der Hauptachse Zürich-Bern liegt.

Wie wollen Sie sich für die Region einsetzen?
Gerne würde ich die Sicht und Bedürfnisse von unserer Region in die Lösungsfindungen einbringen. Die Politik darf nicht nur auf die grossen Zentren Zürich, Bern und Genf ausgerichtet sein. Die Regionen (wie das Fricktal) zwischen den Zentren sind auf funktionierende Infrastrukturen angewiesen, dies schafft und erhält Ausbildungs- und Arbeitsplätze und macht die Region und unsere Gemeinden zum Leben attraktiv.

Was halten Sie vom Rahmenabkommen Schweiz-EU?
Ein souveränes und unabhängiges Land wie die Schweiz darf nicht automatisch EU-Recht übernehmen. Das widerspricht den Prinzipien unseres Landes, wo das Volk als Souverän dazu aufgerufen wird, über die verschiedenen Dinge des täglichen Lebens zu

Braucht die Schweiz neue Kampfjets?
Ja, ich bin für neue Kampfjets. Sicherheit ist eine unverzichtbare Voraussetzung für Freiheit, Unabhängigkeit und Wohlstand in unserem Land. Aber Sicherheit ist keine Selbstverständlichkeit. Die Armee muss weiterhin mit den nötigen Mitteln für eine wirksame Landesverteidigung personell und materiell ausgerüstet sein.

Der menschengemachte Klimawandel ist ein viel diskutiertes Thema. Sollen das Autofahren und das Fliegen teurer werden?
Die Lösung kann nicht sein, dass das Leben für die Bürgerinnen und Bürger, für Familien einfach immer mehr mit Abgaben verteuert wird und sich am Schluss nur noch Reiche Mobilität leisten können. Wir müssen bei unserem Verhalten ansetzen. Produkte aus der Region konsumieren, statt Produkte kaufen, welche aus der ganzen Welt eingeflogen werden. Regional denken und handeln.

Sind Sie für eine schrittweise Erhöhung des Rentenalters?
Ich bin gegen eine Erhöhung des Rentenalters. Denn bereits heute haben es Arbeitslose über 50 Jahre immer schwerer, eine Stelle zu finden und wieder in den Arbeitsprozess integriert zu werden. Diese Problematik ist prioritär anzugehen. Diese Menschen und ihre Schicksale darf man nicht einfach verdrängen.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?
Im Juli habe ich das Buch «Ausgeträumt in Amerika?» gelesen. Mehr als ein Jahr lang reiste ARD-Korrespondent Jan Philipp Burgard kreuz und quer durch Amerika und sprach mit den Menschen. Wie leben sie in einem Land, das mehr denn je gespalten ist zwischen Arm und Reich und Stadt- und Landbevölkerung. Mitfühlende Reportagen über verschiedenste Menschen.

Zum Schluss: Was wollten Sie den Fricktalern schon immer mal sagen?
Wir Fricktalerinnen und Fricktaler sind nicht immer gleicher Meinung. Das gehört zu einer lebendigen Region. Aber wenn es darauf ankommt, können die Fricktalerinnen und Fricktaler zusammenstehen und zusammenhalten. Für diese schöne und wichtige Eigenschaft danke ich allen Fricktalerinnen und Fricktalern ganz herzlich.

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