Deponie-Projekt von Ziegler und Frey blitzt in Hornussen ab

| Fr, 23. Aug. 2019
Foto: Simone Rufli

Die Suche nach einem Deponie-Standort für sauberes Aushubmaterial aus dem Fricktal geht weiter. In Hornussen sprach sich das Einwohnerforum am Mittwochabend klar dagegen aus, neben Autobahn-Lärm und Neat-Ausbau auch noch für 20 Jahre den Staub einer Deponie ins Dorf zu holen.

Simone Rufli

Irgendwie war es sinnbildlich für den Widerstand im Dorf, wie die Firmenvertreter der Ernst Frey AG und der Ziegler AG am Mittwochabend kurz vor 20 Uhr vor der verschlossenen Türe zum Gemeindehaus standen und zu guter Letzt über den Hintereingang in den Birkensaal Einlass fanden. Dort, im trauten Kreis des Einwohnerforums, präsentierten die im Fricktal fest verankerten Familienunternehmen ihre neuen Pläne für eine Aushubdeponie auf Hornusser Gemeindegebiet. Dies, obwohl die Gemeindeversammlung im November 2016 bereits einen Kredit von 45000 Franken gesprochen hatte für den Beizug eines Rechtsbeistandes, um die Deponie im Gebiet Breiti zu verhindern. Denn in Hornussen wollte man 2015 schon keine Deponie und man will ganz offensichtlich auch heute keine. Daran vermochte auch die Tatsache nichts zu ändern, dass die beiden Firmen ihre Pläne gegenüber der ersten Variante um gut die Hälfte abgespeckt haben. Anstatt einer Auffüllung links und rechts der Kantonsstrasse wollten die Firmen sich auf die bergseitige Strassenseite beschränken.

Vorgestellt wurde das neue Projekt vom Geschäftsführer des Verbands der Aargauer Kies- und Betonproduzenten, Andreas Röthlisberger. Die technischen Details führte Michael Haug von der Ernst Frey AG aus. Mehr als einmal wurden die beiden aufgefordert, die Unterlagen zusammenzupacken, die Sache auf sich beruhen zu lassen und stattdessen ein Bier trinken zu gehen. «Sie werden hier im Saal keinen finden, der die Deponie will.»

Es fehlt an Löchern
Nun sei es aber so, dass mit jedem Haus und mit jeder Wohnung, die gebaut werde, Aushubmaterial anfalle, gab Firmeninhaber Ernst Frey aus Kaiseraugst zu bedenken. Zwar werde heute viel Material wiederverwendet, aber es fehle trotzdem an Löchern. «Wenn wir im Fricktal keine Genehmigung erhalten Kies abzubauen, müssen wir Material aus dem Ausland importieren und dann gibt es in der Region auch keine Löcher, die wir auffüllen könnten. Dabei ist es ökologisch unsinnig, mit Lastwagen Material aus dem Fricktal hinüber ins Aaretal zu transportieren», so Frey. Alle Argumente verfingen nicht. Weder die Aussicht auf einen jährlichen Zustupf von 260 000 Franken in die Gemeindekasse, noch die Ankündigung, man werde beim Kanton die guten Beziehungen spielen lassen, damit Hornussen im betroffenen Gebiet nahe der Autobahn-Ausfahrt Frick dereinst doch noch ein Gewerbegebiet einzonen könne. Für Gemeindeammann George Winet war der kleine Kreis an Forums-Teilnehmern durchaus repräsentativ für die Stimmung im Dorf. «Der harte Kern der Deponie-Gegner ist nicht einmal anwesend gewesen», stellte er im Gespräch mit der NFZ fest. Die Vertreter der Firma Ziegler AG orteten die Ablehnung in einem grundsätzlichen Mangel an Vertrauen: «Im Zusammenhang mit der ersten Variante wurde wohl zu viel Geschirr zerschlagen.» Und so bleibt alles wie es ist: Der Gemeinderat hat das Mandat, gegen das Projekt vorzugehen.

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